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Weihnachtsgewürze zum Backen: Diese gibt es neben Zimt – und wie Sie Echte Vanille sofort erkennen

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Zimt, Sternanis oder Vanille: Ohne diese leckeren Gewürze geht nichts in der Weihnachtsbäckerei. Schließlich geben sie mit ihrem speziellen Aroma Plätzchen den besonderen Pfiff.

München – Ob Spekulatius, Vanillekipferl oder Pfeffernüsse: Weihnachtsgebäck erhält erst durch die richtigen Gewürz seine ganz besonderen Aromen, die alle sofort an die Weihnachtzeit denken und die Vorfreude darauf steigen lassen. Neben Butter und Nüssen sind es meist ganz spezielle Gewürze, die für den einzigartigen Geschmack sorgen und die Erinnerungen hervorrufen.

Weihnachtsgewürze zum Backen: Diese gibt es neben Zimt – und wie Sie Echte Vanille sofort erkennen

In Plätzchenrezepten ist allerdings oftmals nur von Lebkuchen- oder Spekulatius-Gewürz die Rede. Doch diese bestehen meist aus einer Mischung verschiedener Gewürze, doch sie haben alle gemein, dass sie meist viel Zimt enthalten. Doch was ist noch Leckeres drin?

Wer schon mal Lebkuchen selbst gebacken hat, weiß, dass je nach Rezept und Geschmack, diese Gewürze neben Zimt meist Hauptbestandteile sind:

  • Anis: Die Pflanze ist vielseitig verwendbar und weist eine lange Tradition auf. Die Anissamen dienen als Gewürz und sie verfeinern Süßspeisen, Backwaren und sogar Spirituosen. Zudem ist Anis auch wegen seiner heilenden Eigenschaften beliebt und wird gerne bei Bauchschmerzen, Blähungen und Husten eingesetzt. 2014 war der Doldenblütler sogar Heilpflanze des Jahres.
  • Ingwer: Die bekannte Wurzel gilt als sehr gesund und hilft zum Beispiel als Ingwertee dank ihrer antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften bei Erkältungen. Zudem schmeckt sie leicht scharf, was dafür sorgt, dass Glückshormone ausgeschüttet werden. Zudem dient Ingwer als natürlicher Wachmacher. Außerdem regen die Scharfstoffe die Verdauung und den Stoffwechsel an und sind daher eine gern gesehene Zutat in Currys, Suppen als auch in einer Goldenen Milch.
  • Kardamom: Auch der Grüne Kardamom ist eine Pflanzenart aus der Familie der Ingwergewächse und ist daher nicht minder heilungsfördernd. Demnach ist er dafür bekannt, Kopfschmerzen zu vertreiben und ebenfalls die Verdauung sowie den Kreislauf anzuregen. Zudem zählt er dank seines einzigartigen, süßlich-scharfen Geschmacks zu den teuersten und exklusivsten Gewürzen der Welt.
  • Nelken: Die kleinen, braunen Gewürznelken, die gerne in der Küche für Lebkuchen & Co. verwendet werden, duften sehr stark und schmecken intensiv. Grund dafür sind die darin enthaltenen ätherischen Öle. Diese sind sehr gesundheitsfördernd und haben teilweise sogar eine betäubende Wirkung. Daher war das Kauen von Gewürznelken schon früher ein beliebtes Hausmittel gegen Zahnschmerzen. Zudem soll es auch gegen Mundgeruch wirksam sein.
  • Piment: Das Gewürz sieht nicht nur aus wie Pfeffer, sondern ist auch ähnlich scharf. Aus diesem Grund wurde es nach der Entdeckung durch Christopher Columbus (55, † 1506) und den spanischen Entdeckern auch dafür gehalten und „pimienta“ (spanisch für „Pfeffer“) getauft. Heute wird Piment hauptsächlich auf Jamaika angebaut. In der Naturheilkunde gilt das Gewürz wegen seines enthaltenen Pimentöls als magenfreundlich und wird gerne zur Linderung von Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. Zudem soll es bei Nervosität und Stress beruhigend wirken.
  • Sternanis: Der Echte Sternanis ist ein immergrüner Baum, der in den Tropen gedeiht und dessen reife sternenförmige Früchte als Gewürz und Heilpflanze genutzt werden. Und obwohl Sternanis und Anis noch nicht einmal der gleichen Pflanzenfamilie angehören, haben sie vom Geschmack her vieles gemeinsam. Darüber hinaus hat Echter Sternanis genauso wie der heimische Meerrettich eine schleimlösende Wirkung und wird gerne gegen Katarrh der Atemwege, aber auch bei Verdauungsbeschwerden und leichten Krämpfen verabreicht.
  • Muskat: Der Kern des Samens wie auch der Samenmantel wird gerne als Gewürz verwendet. Doch die meisten kennen ihn nur unter dem Begriff „Muskatnuss“ oder „Muskat“. Ursprünglich stammt sie aus der Karibik, wo sie noch heute neben Zimt, Gewürznelken und Ingwer Hauptexportgut ist. Sein Aroma wird als warm, angenehm, holzig bis süßlich empfunden. Zudem soll der Muskat ein natürliches Hausmittel gegen depressive Verstimmungen sein, da das Gewürz die Produktion von Glückshormonen anregt.

Dazu kommen meist noch getrocknete oder kandierte Orangen- und Zitronenschale sowie Koriander und etwas Pfeffer. Frisch gemahlen schmecken sie am besten, deshalb empfiehlt es sich, die Gewürze einzeln zu kaufen und die Mischungen für den Keks- oder Plätzchen-Teig selbst herzustellen. Demnach können Sie sie auf Ihren persönlichen Geschmack abstimmen und auch die Mengen variieren.

Weihnachtsgewürze zum Backen: Echte Vanille ist sehr teuer

Vanille zählt ebenfalls zu den beliebtesten Weihnachtsgewürzen und kommt entweder in Reinform oder als Vanillezucker in vielen Plätzchenrezepten wie etwa den Vanillekipferl zur Anwendung. Die Echte Vanille gehört zur Familie der Orchideengewächse und stammt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika.

Schon die Mayas und Azteken sollen sie für ihren süßlichen Duft gepriesen haben und die getrockneten Fruchtkapseln der Pflanze für Kakao und Schokolade genutzt haben. Die spanischen Eroberer brachten sie schließlich auch nach Europa. Auch auf verschiedenen tropischen Inseln wie La Réunion wird sie angebaut, da die Vanille aber aufwendig per Hand bestäubt werden muss, damit sie Früchte bildet, ist die Echte Vanille im Handel sehr teuer zu erwerben. (Gewürz-Adventskalender: Das ist der Gewinner im Test)

Dazu kommt noch das zeitintensive Verfahren, die Schoten zu trocknen. Aus diesem Grund ist Vanille neben Safran das teuerste Gewürz der Welt, wie der Norddeutsche Rundfunk zu berichten weiß: Je nach Ernte und Nachfrage kostet ein Kilogramm bis zu 600 Euro. Der eigentliche Aromaträger in der Vanilleschote ist das begehrte Vanillin.

Weihnachtsgewürze zum Backen: So erkennen Sie Echte Vanille

Dabei handelt es sich um das schwarze, etwas feuchte Mark aus der Schote, das herausgekratzt wird oder die Schote wird im Ganzen gemahlen oder in Speisen auch gerne mitgekocht. Damit das Aroma nicht so schnell verfliegt, werden getrocknete Vanilleschoten in Supermärkten in kleinen Glasröhrchen zu horrenden Preisen angeboten. (Weihnachtsmarkt-Klassiker: So machen Sie die weihnachtlichen Leckereien selbst)

Kostengünstiger ist sicherlich dagegen der künstliche Vanille-Extrakt als „natürlicher Aromastoff“ oder auch der Vanille-Zucker, welche oft beim Backen beigemengt werden. Doch wie kann ich Produkte aus Echter Vanille erkennen?

Indem Sie einfach bei Produkten, auf deren Verpackungen zum Beispiel Vanille-Schoten oder -Blüten abgebildet sind, einen kurzen Blick auf die Zutatenliste werfen. Natürliche Vanille ist laut Verbraucherschützer enthalten, wenn Sie folgende Bezeichnungen in der Zutatenliste sehen:

  • Gemahlene Vanilleschoten
  • Natürliches Vanillearoma
  • Vanille-Extrakt
  • Bourbon-Vanille (Echte Vanille von den sogenannten Bourbon-Inseln im Indischen Ozean)
  • Tahiti-Vanille
  • Mexiko-Vanille

Steht allerdings auf der Verpackung „natürliches Aroma“ oder „Vanille-Aroma“ sowie „Aroma mit Vanillegeschmack“ handelt es sich hierbei höchstwahrscheinlich um künstlich hergestelltes Vanillin. Hier raten schließlich Verbraucherschützer, lieber vorsichtig zuzugreifen. Doch was wäre ein leckerer Bratapfel ohne Vanillesoße? Mit dieser Anleitung zaubern Sie ihn ganz leicht selbst. Und wie Sie dazu einen würzigen Glühwein selbst machen können, erfahren Sie bei merkur.de*. *merkur.de ist Teil des Ippen Digital-Netzwerks.

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