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Grüne Wasserlinsen: Deswegen könnte die Wasserpflanze das neue Superfood werden

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist eine Teichoberfläche, die mit grünen Wasserlinsen überzogen ist (Symbolbild).
Grüne Wasserlinsen bieten einen hohen Anteil an Protein (Symbolbild). © huao / Imago

Grüne Wasserlinsen, auch Entenflott genannt, verbreiten sich schnell und kostengünstig. Forschende sehen in ihnen eine neue Nahrungsmittel-Quelle.

Hamburg – Forschende sind unentwegt auf der Suche nach neuen Quellen für Lebensmitteln. Die Weltbevölkerung nimmt stetig zu, Ressourcen werden knapper und neue, innovative Ideen im Kampf gegen den Hunger sind gefragt. Aber nicht nur für Menschen, auch für Tiere ist das Futter bereits knapp. Aus diesem Grund versucht ein junger Student von der Uni Greifswald zurzeit, Grüne Wasserlinsen beziehungsweise Entenflott oder Entengrütze als Futtermittel zu etablieren. Daneben ist auch denkbar, dass die Grünen Wasserlinsen eines Tages auf unserem Speiseplan stehen.

Grüne Wasserlinsen: Deswegen könnte das Entenflott bald ein Lebensmittel sein

Grüne Wasserlinsen kennen viele Menschen nur unter dem Namen Entenflott oder Entengrütze. Sie schwimmt beinahe in jedem Teich und Enten und andere Vögel wie Schwäne ernähren sich oft und viel davon. Zu den Wasserlinsengewächsen gehören folgende fünf Gattungen:

Besonders bekannt sind in Deutschland die Arten der Gattung Lemna, die sich in großen, grünen Teppichen über viele Teiche erstrecken. Durch kleine Luftkammern in ihren Sprossgliedern ist es der Pflanze möglich, zu schwimmen. Dünne Wurzelfäden, die nach unten hängen, bieten der Grünen Wasserlinse die Möglichkeit, Nährstoffe aus dem Wasser aufzunehmen.

Einige Gartenfreunde verteufeln die starke Ausbreitung der Pflanze, andere freuen sich. Denn die Grüne Wasserlinse beeinflusst das Leben im Teich deutlich. So fängt die Grüne Wasserlinse beispielsweise viele Sonnenstrahlen im Sommer ab, sodass sich das Teichwasser nicht mehr stark erhitzt. Das dämmt die Algenbildung ein*. Auf der anderen Seite wachsen jedoch Teichpflanzen, die Sonnenschein benötigen nicht mehr so gut heran und der Sauerstoffaustausch ist weniger. Da die Grüne Wasserlinse im Herbst allmählich abstirbt, hinterlässt sie einen beachtlichen Teil an Biomasse. Der sinkt auf den Boden des Teiches und sorgt dort für Schlick und Dreck.

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Grüne Wasserlinsen: Pflanze als Tierfutter und Nahrungsmittel

Die Grüne Wasserlinse verbreitet sich rasant schnell, was ein großer Vorteil bei der Tierfutter- und Lebensmittelproduktion sein kann. Laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) forscht der Student Alexej Sonnenfeld an der Universität Greifswald zurzeit daran, wie sich Grüne Wasserlinsen als Tierfutter nutzen lassen könnten. Denn in Grünen Wasserlinsen stecken viele wichtige Nährstoffe wie zum Beispiel:

Diese Mischung an wichtigen Nährstoffen in Kombination mit ihrem starken Verbreitungsdrang auf recht wenig Fläche sollen sie laut Student Sonnenfeld auch attraktiv für die Tierfutterindustrie machen. Würden Grüne Wasserlinsen als Tierfutter genutzt, müssten Hersteller deutlich weniger Soja und Mais importieren und würden so Kosten sparen.

Grundsätzlich ist der Gedanke nicht neu, denn in anderen Ländern sind Grüne Wasserlinsen bereits fester Bestandteil der Futtermittelindustrie. Außerdem könnten das Entenflott demnächst auch auf vielen Speiseplänen auftauchen. So ist es in vielen asiatischen Ländern gang und gäbe, Wasserlinsen zu essen. Vielleicht dauert es nicht mehr lange und neben dem Gelben Mehlwurm liegt bald eine Portion Grüne Wasserlinsen auf unseren Tellern. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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