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Trockenobst selbst machen: So gelingt die Dörr-Delikatesse

  • Stephanie Drewing
    vonStephanie Drewing
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Die eigene Obst-Ernte zu dörren ist mittlerweile fast so beliebt wie Marmelade daraus zu kochen. Kein Wunder: Die Zubereitung ist einfach und das Ergebnis lecker.

München – Trockenobst gilt als die gesunde Alternative zu Süßigkeiten. Frisch geerntetes Obst wird getrocknet und dadurch wird der Frucht Wasser entzogen. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe bleiben erhalten und sind sogar konzentrierter enthalten als im frischen Obst. Deswegen schmeckt Trockenobst auch viel süßer und intensiver. Weil der Fruchtzucker so konzentriert ist, liefern Trockenfrüchte viel Energie. Deswegen werden die gedörrten Früchte auch bevorzugt in Riegeln, im Studentenfutter und als süße Ergänzung im Müsli genutzt.

Trockenobst selbst machen: So gelingt die Dörr-Delikatesse

Im Vergleich zu Schokolade oder Gummibärchen ist Trockenobst also eine ziemlich gesunde Nascherei. Mit frischem Obst ist es jedoch nicht zu vergleichen: Auf die gleiche Menge (in Gramm) trockener Früchte entfallen viel mehr Kalorien und Zucker. Daher sollten Sie auch Trockenobst wie getrocknete Datteln, Aprikosen oder Äpfel nur in kleinen Mengen genießen. Aus Trockenobst wie Datteln können Sie sogar einen einfachen Hefeersatz selbst herstellen, wie merkur.de verrät.*

Trockenobst selbst machen: Wann Sie auf Trockenobst verzichten sollten

Häufig wird aus optischen Zwecken Trockenobst zum Verkauf mit Schwefel behandelt. Einige Menschen reagieren auf Schwefel mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Atemwegsbeschwerden. Deswegen besteht eine Deklarationspflicht für Trockenobst: Wenn Schwefel verwendet wird, muss dies auf der Verpackung angegeben werden. Sollten Sie ebenfalls auf Schwefel reagieren, können Sie ihr Trockenobst am besten selbst herstellen.

Da bei Trockenobst der Fruchtzucker sehr konzentriert enthalten ist, ist es auch für Menschen mit einer Fructose-Intoleranz ungeeignet, wie 24vita.de schreibt.*

Trockenobst selbst machen: Diese Früchte eignen sich zum Dörren

Wenn Sie Trockenobst selbst machen wollen, dann wählen Sie eine Frucht aus dieser Liste:

  • Aprikosen
  • Äpfel
  • Birne
  • Pflaumen
  • Erdbeeren
  • Mango
  • Feigen
  • Pfirsich
  • Kiwi
  • Cranberrys
  • Weintrauben
  • Ananas

Trockenobst selbst machen: Die wichtigsten Tipps

Dörren Sie nur reifes und unverletztes, gesundes Obst. Waschen Sie dieses Obst. Schneiden Sie die Fruchtstücke möglichst gleich groß, damit sie gleichmäßig trocknen. Legen Sie das Trockenobst zunächst mit der Schnittfläche nach oben. Nach dem Antrocknen regelmäßig wenden. Breiten Sie das Obst stets einlagig und locker aus, am besten auf einem Gitter wie einem Ofenrost oder Pralinengitter. Sehr wasserhaltiges Obst können Sie anfangs auf Backpapier legen, das Sie beim ersten Wenden entfernen.

Wasserarmes Obst wird schonend bei 25 bis 35 Grad Celsius getrocknet. Sehr saft- und zuckerhaltiges Obst zügig bei 50 bis 70 Grad Celsius trocknen, damit nichts schimmelt oder gärt. Das fertige Trockenobst sollte gut abkühlen, bevor es verpackt wird. Danach lagert es am sichersten in fest verschließbaren Dosen oder Gläsern in einem dunklen, kühlen Raum oder Schrank.

Wenn Sie das Obst vorher kurz in Zitronenwasser tunken, wird es nicht braun.

Trockenobst selbst machen: Im Backofen, auf der Heizung oder im Dörrautomaten?

Wasserhaltiges Obst können Sie auch im Backofen dörren, wenn Sie den Backofen auf 50 bis 80 Grad Celsius erwärmen können. Damit die Feuchtigkeit durch einen Spalt entweichen kann, klemmen Sie einfach einen Holzkochlöffel in die Ofenklappe.

Wasserarmes Obst trocknet innerhalb weniger Tage auch auf dem Heizkörper. Viele Gärtner basteln sich dafür eigens maßgenaue Dörrgestelle aus Holzrahmen, auf die sie Fliegengitter tackern.

Den höchsten Komfort bieten Dörrapparate mit einer Temperaturregulierung zwischen 30 Grad Celsius und 80 Grad Celsius. Sie arbeiten in der Regel über eine Wärmequelle mit Ventilator und bieten auf mehreren Etagen vielen Scheiben Obst Platz.

Genaue Angaben, wie lange es dauert, bis Trockenobst fertig ist, ist schwer zu bestimmen: Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Die Dauer hängt ab von der Dörrmethode, die Größe der Dörrstücke, der Wassergehalt, der wiederum von Erntetermin, Sorte und dem Witterungsverlauf während des Jahres.

Der Zeitraum variiert von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Es empfiehlt sich, immer wieder zu kontrollieren und solange heranzutasten, bis das Obst sich zwar noch elastisch anfühlt, aber nach dem Anschneiden selbst an der dicksten Stelle kein Saft mehr austritt. *merkur.de und 24vita.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / Imaginechina-Tuchong

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