Gesundes Süßungsmittel?

Stevia: Die Vor- und Nachteile der Zucker-Alternative

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
    schließen

An Stevia scheiden sich die Geister: Schmeckt der Zuckerersatz gut oder richtig schlecht? Neben dem Geschmack gibt es auch unterschiedliche Meinungen zum Nutzen des Mittels.

Parma (Italien) – Stevia hat seit dem Jahr 2011 eine EU-Zulassung als Süßungsmittel. Der Zuckerersatz soll im Gegensatz zu Zucker kein Karies verursachen und dafür 300 Mal süßer sein. Man braucht somit deutlicher weniger für den gleichen Effekt und das ganz ohne Nachteile. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Und das ist es auch. Denn Stevia hat nicht nur Vorteile.

Stevia: Vorteile und Nachteile des Zuckerersatzes

Aber zunächst zum Ursprung. Stevia stammt von einem Strauch aus Paraguay. Dessen Blätter haben kaum Kalorien, aber eine gute Süßkraft. Stevia rebaudiana gehört wie Löwenzahn zu den Asteraceae, 1931 wurde die Süße aus Stevia erstmals isoliert. Angebaut wird Stevia inzwischen in vielen Ländern, verbreitet ist der Zuckerersatz weltweit und trägt bei uns die Nummer E 960.

Die Süßkraft von Stevia ist bis zu 300 mal stärker als bei normalem Zucker und hat auf den Blutzuckerspiegel kaum Einfluss. Steviolglykoside können in Getränken und anderen Produkten gut eingesetzt werden, da sie sich gut kombinieren lassen und stabil sind. Mit der Reinheit hängt aber der Geschmack zusammen und der kann stark variieren. Zu hohe Dosierungen lassen das Essen außerdem schnell bitter schmecken. Im Handel ist der Zuckerersatz nur für bestimmte Produkte zugelassen, als Süßungsmittel aber frei verkäuflich, sodass jeder selbst mischen kann.

Stevia: Das Süßungsmittel und Krankheiten

Für Diabetiker ist Stevia eigentlich das ideale Süßungsmittel: kalorienarm, der Blutzuckerspiegel wird kaum beeinflusst. Inzwischen ist aber umstritten, ob der Stoff wirklich so gesund ist oder sogar Übergewicht begünstigen kann, indem er Heißhunger verursacht. Über krebserregende Stoffe müssen sich Nutzer übrigens keine Sorge machen, solange sie nicht Unmengen an Stevia täglich zu sich nehmen.

Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt es eine festgelegte Höchstmenge, die wir maximal pro Tag zu uns nehmen sollten: vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Karies verursacht Stevia glücklicherweise nicht. Und wie Stevia sich auf die Darmflora auswirkt, berichtet 24vita.de*.

Stevia: Produktion und Backen

Bei Stevia denkt man wahrscheinlich an eine naturbelassen Pflanze, aus der schonend der Zuckerersatz extrahiert wurde. In der Praxis werden dafür leider oft Aluminiumsalze eingesetzt, der Großteil von Stevia kommt aus China. Das macht Stevia dank der Produktion weder biologisch noch sonderlich natürlich.

Ein Problem ist außerdem der Geschmack. Daher wird vielen Produkten zusätzlich Zucker zugesetzt. Käufer sollten also unbedingt bei fertigen Produkten mit Stevia auf die Inhaltsangaben achten.

Auch in der Küche ist der Zuckerersatz nicht vielfältig einsetzbar. Mit dem Mittel kann man beispielsweise keinen Biskuitteig backen. Auch karamellisieren geht mit Stevia alleine nicht. Allgemein wird Stevia sehr gering dosiert, erreicht also nie die Masse von herkömmlichem Zucker. Beim Backen wird das zum Problem. Dafür gibt es dann Stevia-Produkte mit Füllstoffen.

Es gibt aber natürlich noch andere Möglichkeiten, denn viele andere Zuckeralternativen haben auch keine leeren Kalorien. Statt Zucker können Fans von Süßungsmitteln auch Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup nutzen. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © IMAGO / agefotostock

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare