Grünes Pulver

Spirulina: Das kann die Alge – und so setzen Sie das Superfood ein

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Spirulina, eine Blaualge, gilt als Superfood. Meist in Tabletten- oder Pulver-Form gibt sie nicht nur Farbe, sondern soll auch Krankheiten bekämpfen. Das ist dran.

Düsseldorf – Spirulina kennen viele von uns wahrscheinlich aufgrund ihrer Farbe. Meist als Pulver gibt es das Produkt in dunklem Grün oder sogar Blau, es färbt Smoothies und Joghurt und soll dabei die Gesundheit unterstützen. Aber handelt es sich um ein überbewertetes Trendprodukt oder hat die Alge tatsächlich Potential?

Spirulina: Das kann das Superfood und so setzen Sie die Alge ein

Beinahe schon als Wundermittel wird die Alge teils gehandelt, so soll sie Krebs vorbeugen können und das Altern verlangsamen. Neben anderen Superfoods wie Acai-Beeren und Chia-Samen fristet die Alge in der Ernährung meist eher ein Randdasein. Spirulina gehört zu den Cyanobakterien und wurde früher oft als Blaualge bezeichnet. Neben vielen Vitaminen soll Spirulina auch viel Eiweiß enthalten, zudem Magnesium, Kalium, Eisen und mehr. Als Pflanze bietet sie außerdem Chlorophyll.

Zu den zahlreichen Anwendungsgebieten zählen die Verlangsamung der Alterungsprozesse, das Mittel soll das Immunsystem stärken und vor Krebs schützen. Dass die Ernährung bei Krankheiten wie einer Depression, Rheuma, Krebs oder Arthrose und anderen Leiden eine Rolle spielt, ist nichts Neues. Die Superfoods wechseln sich aber regelmäßig ab, daher ist erstmal Vorsicht vor zu viel Enthusiasmus geboten.

Laut der Verbraucherzentrale existieren keine Studien, die die positiven Effekte nachweisen. Einzig Tierversuche gebe es, die aber keine Rückschlüsse auf den Menschen zuließen. Dennoch nennt die Verbraucherzentrale im Anschluss doppelblinde Humanstudien, die mit wenigen Probanden durchgeführt wurden. Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln ist die Spirulina kein Medikament gegen eine bestimmte Krankheit, sondern kann individuell unterstützend wirken. Alle Hoffnung auf diese Pflanze setzen, sollte aber niemand. Denn zugelassene Arzneimittel mit Spirulina gibt es laut Verbraucherzentrale in Deutschland nicht.

Der Eiweißgehalt wäre tatsächlich mit etwa 60 Prozent recht hoch, das Problem ist aber die maximale Tagesmenge (1,5 bis 6 Gramm pro Tag,) an Spirulina. Andere Eiweißquellen funktionieren also ebenso gut, wenn es nur um diesen Effekt geht. Zudem gibt es für die Alge meist keine Qualitätsstandards, sodass sie mit Schwermetallen oder Toxinen belastet sein kann, wie auch 24vita.de berichtet*. Käufer sollten daher unbedingt nachlesen, ob das Produkt darauf kontrolliert wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist zudem darauf hin, dass Spirulina für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) bei veganer Ernährung nicht geeignet sei, da sie kein für Menschen wirksames Cobalamin enthält.

Das dämpft zwar die Euphorie etwas, essen können Fans der Alge aber dennoch. Und dabei gibt es einige Möglichkeiten.

Spirulina: So setzen Sie die Alge ein

Durch ihre kräftige Farbe eignet sich Spirulina gut für Smoothies und Joghurt. Als Shake kann die Alge beispielsweise gut mit anderen Superfoods wie Chia-Samen kombiniert und um Spinat und einige frische Früchte ergänzt werden. Auch gut eignet sich eine wach machende Kombination mit Espresso und Avocado. Pflanzenmilch nicht vergessen. Besondere Berühmtheit erlange Spirulina in sogenannten Mermaid Bowls. Das sind normale Smoothie-Bowls mit frischem Obst und mit blauer Spirulina eingefärbtem Joghurt. Definitiv ein optisches Highlight und für das nächste Frühstück mit Freunden schnell selbst gemacht.

Farbig ähnlich wie grüne Spirulina sind etwa Matcha oder Gerstengras-Pulver. Spirulina ist längst nicht das einzige Superfood, das inzwischen in Deutschland beliebt ist, dazu zählen etwa auch die Jackfruit, Yacon oder Haskap-Beeren. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © IMAGO / agefotostock

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