Langsam genießen

Slow Food: So essen Sie gesund – und genießen dabei wie die Italiener

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Der Trend zu Slow Food, im Gegensatz zu Fast Food, ist in Italien schon seit langem ein Teil der Kultur, und nun auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Das steckt hinter der gesunden Bewegung.

  • Slow Food bring die Gelassenheit und das soziale Miteinander zurück zum Esstisch
  • Die bewährte Tradition aus Italien ist gut für Gesundheit und Umwelt
  • Mit einfachen Rezepten kann man den Trend aus Restaurants nach Hause bringen

Bra (Italien) – Die Vision des Slow Food-Trends ist es, der weltweiten Bevölkerung den Genuss von gutem und gemütlichem Essen zu ermöglichen. Die Definition von „gut“ ist dabei, dass der Verzehr und Anbau der Lebensmittel bestmöglich für alle Beteiligten erfolgt: Konsumenten, Bauern und sogar die Umwelt.

Man kann die Grundwerte dieser Bewegung in den Worten des Gründers zusammenfassen: gut, sauber und fair. Hier wird auf eine hohe Qualität der Produkte und auf Geschmack der Lebensmittel, eine umweltfreundliche Erzeugung des Essens und auf vernünftige Preise für Konsumenten und Produzenten Wert gelegt.

Slow Food: Italienischer Genuss statt Fast Food

Was als Antwort auf die Eröffnung des ersten McDonalds-Restaurants in der Nähe der Piazza di Spagna in Rom begann, wurde schnell zu einer internationalen Bewegung und später gar zu einer eigenständigen Organisation. Die von Carlo Petrini (71) 1986 gegründete Bewegung Slow Food hat die Erhaltung von regionalen Traditionen, besonders dem Essen und den dazugehörigen Anbau von Lebensmitteln aus der jeweiligen Region zum Ziel.

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Die gleichnamige Organisation hat ihre Wurzeln in Italien, genauer in der italienischen Stadt Bra, hat sich aber schon in viele andere Länder weltweit verbreitet (auf der Webseite sind bereits 170 Länder gelistet).

Slow Food Germany wurde 1992 gegründet und zählt weit über 13.000 Mitglieder. In dem „Genussführer“, einer Publikation von Slow Food Deutschland, werden Restaurants empfohlen und aufgelistet, die den Slow Food-Prinzipien entsprechen. Diese sind meist stark mit ihrer jeweiligen Region verbunden und auf traditionelle Küche spezialisiert.

Der Unterschied zu gewöhnlichen Restaurantkriterien, wie Geschmack und Textur, ist, dass bei der Bewertung durch den Genussführer noch weitere Bewertungskriterien wie regionale, frische und faire Aspekte eine Rolle spielen.

Google Maps zeigt die italienische Stadt Bra, in der die Slow Food-Organisation gegründet wurde.

Slow Food: Das steckt hinter dem Ernährungstrend

Die Slow Food-Bewegung hat viele Ziele und Werte, für die sie sich einsetzt. Die Wichtigsten sind:

  • Qualitatives und gesundes Essen für die Weltbevölkerung
  • Eine nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung von Lebensmitteln
  • Faire und vernünftige Preise für alle Beteiligten
  • Eine dauerhafte und positive Veränderung des Nahrungsmittelsystems
  • Die Erhaltung von traditioneller Esskultur und kulinarischem Genuss
  • Rückkehr zu einem gemütlichen, moderaten Lebenstempo
  • Die Erhaltung und Förderung von kulinarischer Diversität
  • Unterstützung von regional angebauten Lebensmitteln
  • Einen verantwortungsbewussten, ressourcenschonenden Umgang mit Essen

Slow Food: Langsam essen und gesund kochen

Die Slow Food Bewegung verbreitet auch ihr eigenes Magazin, in dem ein gesunder Lebensstil gefördert und über wertvolle Lebensmittel und deren nachhaltigen Anbau informiert wird. Außerdem finden sich dort auch zahlreiche leckere Rezepte für Gerichte, die den Slow Food-Richtlinien gerecht werden. Dabei sind die hervorragenden und gesunden Gerichte oft einfacher zuzubereiten als man denkt: „Slow“ bedeutet hier nämlich, dass man langsam und genussvoll essen sollte und nicht unbedingt langsames Kochen.

Slow Food: So gesund ist der Ernährungstrend

Als Gegensatz zu den modernen, weit verbreiteten Fast Food-Essensgewohnheiten in vielen Ländern, bietet die Slow Food-Bewegung auch allerhand gesundheitliche Vorteile für dessen Anhänger. Heutzutage sind es viele Menschen gewohnt, Nahrungsmittel hastig und sogar „on the go“ zu sich zu nehmen. Dabei werden nicht selten zu viele Kalorien in kürzester Zeit aufgenommen, was sich negativ auf die Gesundheit und das Gewicht auswirken kann.

Auf der anderen Seite sprechen die Prinzipien von Slow Food zwei wichtige Aspekte von gesunder Ernährung an, die sogar unabhängig von der Qualität der Lebensmittel selbst wirken: ein positives soziales Umfeld und langsames Essen mit längerem Kauen.

Bei langsamem Essen kann das Gehirn genauer erkennen, wann das Sättigungsgefühl eintritt. Das kann eine übermäßige Kalorienaufnahme verhindern. Normalerweise geht ein langsameres und bewussteres Essen auch mit einer gesünderen Auswahl von Lebensmitteln einher, was ganzheitlich gesundheitsfördernd ist.

Slow Food: Bewegung international auf dem Vormarsch

Um eine langsame Esskultur international zu verbreiten und über deren Vorteile zu informieren, organisiert die Slow Food-Bewegung und ihre Mitglieder selbst Messen weltweit oder nimmt an internationalen Tagungen teil. Außerdem veranstaltet der Verband auch viele regionale und internationale Projekte und Kampagnen, um Bio-Vielfalt und lokale Traditionen und Produkte zu schützen.

Hier ist wohl die „Arche des Geschmacks“ das bekannteste Projekt. Auch in den sozialen Medien wie Facebook machen regionale Kampagnen auf die Missstände der einzelnen Glieder in der Lebensmittelkette aufmerksam – darunter eine Promotion-Aktion für Hirten und Milchprodukte aus Sardinien.

Rubriklistenbild: © Wolfram Kastl/dpa

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