Mit Vorsicht genießen

Palmöl: Das müssen Sie vor dem Kauf über die Herstellung wissen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Es ist fast unmöglich, keine Lebensmittel mit Palmöl zu kaufen. Es versteckt sich in jedem zweiten Produkt im Supermarkt. Dabei ist die Herstellung nicht unumstritten.

Bonn – Zwar ist es nicht zu sehen, doch Palmöl verbirgt sich in sehr vielen Lebensmitteln in unserem Alltag. Neben Lebensmitteln ist es außerdem in vielen Kosmetika, Putzmitteln, Tierfutter und Biokraftstoff vorhanden. Es gibt also viele Berührungspunkte mit Palmöl. Eine tiefere Auseinandersetzung mit der Gewinnung und Umweltverträglichkeit des Öls ist also sinnvoll. Denn an einigen Punkten können auch Gartenfreunde und Hobbyköche mit ihrem Verbrauch die Umwelt unterstützen.

Palmöl: Das müssen Sie über den wichtigen Inhaltsstoff wissen

Palmöl ist laut dem Bundesministerium für Ernährung in jedem zweiten Lebensmittel im Supermarkt enthalten. Etwa 1,8 Millionen Tonnen Palmöl werden in Deutschland jährlich verbraucht, etwa 33 Prozent davon finden wir in Lebensmitteln wieder. So enthalten zum Beispiel folgende Lebensmittel Palmöl:

  • Schokocremes
  • Schokolade
  • Pizza
  • Margarine
  • Brot und Backware
  • Eiscreme

Das begehrte Palmöl gewinnen Bauern aus den Früchten der Ölpalme. Ihren Ursprung hat die Ölpalme in West- und Zentralafrika, wo auch heute noch ein großer Teil des Anbaus stattfindet. Die Pflanze ist so beliebt, da sie sehr ertragreich ist. Laut Öko-Test ist eine Ernte bis zu 15 Mal im Jahr möglich, sodass das ganze Jahr über aus dem Fruchtfleisch Palmöl und aus den Kernen Palmkernöl gewonnen werden kann. Die Verfügbarkeit des Öls ist also immer gesichert.

Daneben bringt Palmöl weitere positive Eigenschaften mit sich, die es für die Wirtschaft und Verbraucher umso interessanter machen. Im Bereich der Lebensmittel ist es beispielsweise von Vorteil, dass Palmöl geschmacksneutral und lange haltbar ist. Daneben ist es bei Zimmertemperatur in einem festen Zustand und hitzestabil. So ist Margarine, die Palmöl enthält, gut zum Backen von Bananenbrot einsetzbar.

Palmöl: Die negativen Seiten des beliebten Inhaltsstoff

Neben diesen guten und nützlichen Eigenschaften ist Palmöl aber mit Vorsicht zu genießen. Ähnlich wie beim Agavendicksaft bringt hat das angepriesene Wundermittel auch schlechte Aspekte mit sich. Das hat mehrere Gründe. Zum einen wächst der Bedarf an Palmöl in Industrieländern stetig an, sodass immer mehr Flächen in tropischen Gebieten den Ölpalm-Plantagen weichen müssen. Das gilt auch für einen großen Teil des Regenwaldes. Mit der Abholzung des Regenwaldes geht nicht nur ein höherer CO2-Ausstoß einher, sondern auch die Zerstörung des Lebensraums vieler Tierarten und teilweise auch sogenanntes Landgrabbing. Dabei beanspruchen Großkonzerne Landschaftsflächen bei ungeklärten Besitzansprüchen für sich und wandeln die Flächen in Ackerland um.

Zum anderen sind jedoch auch gesundheitliche Beschwerden bei regelmäßigem Palmöl-Konsum bekannt. Denn laut der Verbraucherzentrale Bayern entstehen bei der Raffination von Palmöl mehr schädliche Fettstoffe als bei der Produktion anderer Pflanzenöle. Ein Beispiel ist 3-Monochlorpropandiol-Fettsäureester (3-MCPD). Dieser Fettschadstoff steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Palmöl steht außerdem im Verdacht, eine Erkrankung an Diabetes zu begünstigen*.

Palmöl: Diese Alternativen gibt es

Gartenfreunde und Hobbyköche regulieren am besten ihren Palmöl-Verbrauch. Das gelingt im ersten Schritt schon, wenn sie weniger Fertigprodukte kaufen und sich stattdessen auf regionales Obst und Gemüse konzentrieren. Das geht auch im Winter, denn Grünkohl und Rosenkohl haben beispielsweise auch jetzt Saison und wer ein Gewächshaus hat, kann dort leicht das ganze Jahr über Wintersalate ziehen.

Daneben empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern zudem, nur Produkte mit zertifiziertem Palmöl zu kaufen. Wichtige Zertifizierungssiegel sind zum Beispiel das Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) sowie das International Sustainability and Carbon Certification (ISCC). Bei diesen Zertifizierungen achten die entsprechenden Systeme auf die gesamte Handelskette des Palmöls. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / YAY Images

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