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Lebensmittel-Siegel: Diese sollten Sie auf jeden Fall kennen

  • Stephanie Drewing
    vonStephanie Drewing
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Beim Einkauf im Supermarkt prangen auf vielen Produkten bunte Siegel und sollen bei einer Entscheidung helfen. Doch kennen Sie alle Siegel und ihre Bedeutung?

München – Lebensmittel-Siegel sind auf den unterschiedlichsten Produkten abgedruckt und sollen Kundinnen und Kunden beim Einkauf helfen. Die Siegel versprechen, dass die Lebensmittel nach bestimmten Kriterien geprüft werden und sollen Kaufentscheidungen erleichtern. Doch mittlerweile gibt es so viele Siegel, dass es schwer ist, den Überblick zu behalten. Die wichtigsten Lebensmittel-Siegel werden in diesem Artikel kurz vorgestellt.

Lebensmittel-Siegel: Diese sollten Sie auf jeden Fall kennen

In Deutschland gibt es aktuell über 1.000 verschiedene Gütesiegel. Kein Wunder, dass Kundinnen und Kunden, die auf ihre Ernährung achten, den Überblick verlieren. Aber nur wenige Siegel verweisen auf gesetzliche Richtlinien – die meisten sind private Prüfzeichen oder Eigenmarken.

Lebensmittel-Siegel: Die Unterschiede des deutschen Bio-Siegels und des EU-Öko-Logos.

Das deutsche Bio-Siegel und das EU-Öko-Logo bedeuten dasselbe: Mit diesen Siegeln sind Lebensmittel gekennzeichnet, die nach den Kriterien der EU-Rechtsvorschriften für ökologische Landwirtschaft produziert wurden.

EU-Öko-Logo

Dazu zählen folgende Richtlinien:

  • Eine artgerechte Tierhaltung und -Fütterung.
  • Gentechnik ist verboten.
  • Keine Nutzung von chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmitteln.
  • Mindestens 95 Prozent der verwendeten Zutaten stammen aus ökologischem Anbau.
  • Zusatzstoffe dürfen verwendet werden, wenn die Produkte nur damit hergestellt oder haltbar gemacht werden können. Die erlaubten Zusatzstoffe sind festgeschrieben.

Das deutsche Bio-Siegel wurde 2001 eingeführt und ist eine freiwillige Kennzeichnung für Bioprodukte. Das EU-Öko-Logo dagegen ist eine Pflichtkennzeichnung für verpackte Bioprodukte, die innerhalb der EU hergestellt werden. Die Betriebe werden regelmäßig von privaten und staatlichen Kontrollstellen überprüft.

Lebensmittel-Siegel: Das MSC (Marine Stewardship Council)-Siegel setzt auf nachhaltige Fischerei

Das MSC-Siegel.

Das MSC-Siegel kennzeichnet seit 1997 Fische und Meeresfrüchte aus nachhaltiger Fischerei. Das Siegel kann von Fischereien und Unternehmen weltweit beantragt werden und wird von der gemeinnützigen Organisation Marine Stewardship Council (MSC) vergeben.

Zu den einzuhaltenden Kriterien gehören:

  • Fischer dürfen nur mit geeignetem Fanggeräten arbeiten.
  • Die Fischbestände müssen erhalten bleiben.
  • Die biologische Vielfalt darf aufgrund des Fischfangs nicht gefährdet werden.

Nutzer des MSC-Siegels erhalten einmal jährlich einen unangekündigten Besuch der Zertifizierungsstelle. In Verdachtsfällen sind auch weitere Betriebsprüfungen möglich. Neben dem MSC-Siegel gibt es noch weitere Siegel für Fischfang wie ASC, FOS und Dolphin Safe*, wie merkur.de vorstellt.

„Ohne Gentechnik“-Logo

Lebensmittel-Siegel: Was Sie über das „Ohne Gentechnik“-Logo wissen müssen

Produkte mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel sind in zwei Kategorien zu unterteilen. Für Lebensmittel, die nicht von Tieren stammen, dürfen bei der Herstellung keine gentechnisch veränderten Zutaten benutzt werden.

Bei tierischen Lebensmitteln dürfen die Tiere aber mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden.

Lebensmittel-Siegel: Die wichtigsten Facts über das Fairtrade-Siegel

Seit 1992 kennzeichnet das Fairtrade-Siegel Produkte, die nach festgelegten sozialen und ökologischen Bedingungen produziert werden. Wenn Unternehmen in Deutschland das Fairtrade-Siegel nutzen möchten, schließen sie mit dem Verein TransFair e. V. einen Lizenzvertrag und verpflichten sich damit zur Einhaltung der Fairtrade-Standards.

Dieses Siegel steht für Fairen Handel.

Zu den wichtigsten Kriterien zählen unter anderem:

  • Zwangs- und Kinderarbeit sowie Diskriminierung sind verboten.
  • Arbeitsrechte der Angestellten sind sichergestellt (Arbeitsverträge, Mindestlohn etc.), außerdem haben die Angestellten Zugang zu Trinkwasser und medizinischer Versorgung.
  • Fairtrade fordert einen umweltschonenden Anbau, Schutz der Biodiversität sowie eine nachhaltige Energie und Wassernutzung.
  • Gentechnik ist verboten.
  • Keine Nutzung von chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmitteln.
  • Fairtrade bezahlt Mindestpreise und schüttet Fairtrade-Prämien aus.

Die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH prüft ein Mal pro Jahr die Einhaltung der Fairtrade-Richtlinien.

Lebensmittel-Siegel: Vegan und Vegetarisch

Das „V“-Label kennzeichnet seit 1996 international vegetarische und vegane Lebensmittel. In 27 Ländern sind bereits 10.000 Produkte mit dem Label bedruckt.

Vegan und Vegetarisch Label

Die Kriterien dafür sind:

  • Keine Verwendung von gentechnisch veränderten Zutaten.
  • Keine Verwendung von Eiern aus Käfighaltung, ausgestalteter Käfighaltung oder Kleingruppenhaltung.
  • Kein Hinzufügen tierischer Bestandteile in allen Produktions- und Verarbeitungsstufen. Ausgenommen sind tierische Erzeugnisse, die das „Vegetarisch“-Siegel tragen.

Die Produkte werden regelmäßig von den nationalen Zertifizierungsstellen kontrolliert.

Weitere Siegel gibt es auch für eine laktosefreie oder glutenfreie Ernährung. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / Manngold

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