Beeinflusst er unser Gehirn?

Käse macht süchtig: Ob die Behauptung stimmt und welchen veganen Käse es gibt

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Käse soll süchtig machen, diese Behauptung hält sich hartnäckig. Aber stimmt sie auch? Studien sind dem nachgegangen und diese Käse-Alternativen sollten Sie unbedingt probieren.

Leipzig – Ob auf der Lasagne, Pizza, als Ofenkäse oder pur in ScheibenKäse erfreut sich großer Beliebtheit. Vor allem geschmolzener Käse lässt das ein oder andere Herz höher schlagen. Aber haben Sie schon davon gehört, dass er süchtig machen soll? Diese Behauptung findet sich immer wieder, und die Meinungen darüber gehen auseinander.

Käse macht süchtig: Das ist dran an der Behauptung und diese Käse-Alternativen gibt es

Im Englischen fällt sogar gelegentlich die Bezeichnung „dairy crack“, denn Käse soll süchtig machen, sodass wir uns den Konsum nur schwer abgewöhnen können. Eine Studie hat sich beispielsweise damit befasst, wie süchtig Lebensmittel machen und welche Rolle dabei unter anderem Fett und der Glykämische Index spielen. In der Studie wurden tatsächlich stark verarbeitete Lebensmittel mit hohem Fettgehalt als eher süchtig machend eingestuft.

Aus evolutionärer Sicht könnte das auch Sinn machen, denn fetthaltige Speisen hätten unseren Vorfahren definitiv das Überleben gesichert. Nur kommt Fett nicht nur in Käse vor, wieso also sollte gerade der süchtig machen?

Käse macht süchtig: Daran soll es liegen

Die Antwort darauf soll Casein sein. Das ist ein Protein, das in Käse vorkommt. Während der Verdauung entsteht dann Casomorphin. Das ist interessant, denn dieser Stoff soll das Belohnungszentrum unsers Gehirns stimulieren und ähnliche Gefühle wie beim Drogenkonsum auslösen. So die Theorie. Die wenigstens von uns werden aber derart heftige Reaktionen auf Käse haben.

Der Grund ist zwar klar, die Reaktion aber auch simpel zu erklären. Denn Milch dient eigentlich Jungtieren als Nahrung. Casomorphin soll also die neugeborenen Tiere beruhigen und die Bindung zwischen Jungtier und Mutter stärken. Ein gewisses „Suchtpotential“ ist also gegeben, wenn auch aus weitaus harmloseren Gründen als bei Drogen.

Prof. Dietlind Hanrieder sagt bei MDR JUMP dagegen aus, dass die Behauptung, Käse mache süchtig, falsch sei. Sie bezieht sich dabei auf eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die zu diesem Ergebnissen kam. Ob der Stoff nun tatsächlich die Blut-Hirn-Schranke passiert, darüber herrscht ebenfalls Uneinigkeit.

In Käse kommt Casomorphion übrigens in höherer Konzentration vor als in Milch, besonders Cheddar soll viel davon enthalten. Eine Sucht beinhaltet aber immer auch Entzugserscheinungen und die gibt es bei Käse nicht. So können Sie auch weiterhin beruhigt Cannelloni mit Lachs essen oder das überbackene Zwiebelbrot.

Käse macht süchtig: Diese Alternativen zu Käse gibt es

Wer aber dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, um nicht „süchtig“ nach Käse zu werden, kann zu veganem Käse greifen. Wer schon einmal eine Packung veganen Käse geöffnet hat, wird bestätigen: Der Geruch stimmt. Nach etwas Auslüften kann man ihn dann auch essen und geschmacklich kommt der „fake“-Käse dem echten nahe. Pluspunkte gibt es dabei einige, denn veganer Käse enthält ohne Milch nicht nur kein Casomorphin, er ist auch für Laktoseintolerante geeignet. Ebenso können bei Laktoseintoleranz übrigens einige Käsesorten mit Milch gegessen werden, verrät 24vita.de*.

Und auch veganer Käse kann schmelzen und verhält sich dann wie normaler Käse aus Milch. Es gibt ihn als Streukäse und in Scheiben. Probieren Sie die Alternative zu Käse aus Milch doch im Rahmen des Veganuary gleich aus. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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