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Giftige Kerne: Darum sollten Sie Aprikosenkerne lieber nicht essen

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Von: Laura Knops

Aprikosen gelten als besonders gesund. Auch die Kerne des Steinobst werden als vermeintliches Wundermittel angepriesen. Doch Vorsicht: Aprikosenkerne können gefährliche Giftstoffe enthalten.

München – Egal ob pur, in Kuchen und Desserts oder als Marmelade und Kompott – Aprikosen sind nicht nur vielfältig, sondern auch besonders aromatisch und gesund. Denn in den kleinen Früchten stecken eine Menge wertvoller Inhaltsstoffe. Immer häufiger werden jedoch auch die Kerne der Aprikosen als gesundheitsfördernd angepriesen. So sollen Aprikosenkerne den Körper mit Mineralien wie Magnesium, Zink, Eisen und Aminosäuren versorgen. Einige Hersteller empfehlen den Snack sogar als Mittel gegen Krebs. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Giftige Aprikosenkerne: Darum sollten Sie Aprikosenkerne lieber nicht essen

Neben Bittermandeln, Pfirsich- und Pflaumenkernen enthalten auch Aprikosenkerne den giftigen Inhaltsstoff Amygdalin. Gelangt Amygdalin in den Körper, bildet sich bei der Verdauung Blausäure. Amygdalin, häufig als Vitamin B17 bezeichnet, soll laut Herstellern vermeintlich Krebszellen schädigen und Krebs heilen können*. Diese Wirkung ist jedoch wissenschaftlich nicht bewiesen. Vielmehr werden Aprikosenkerne aufgrund des hohen Amygdalingehalts als giftig eingestuft.

Wer Aprikosenkerne zu sich nimmt, kann seinem Körper durch die enthaltene Blausäure enorm schaden. Denn Blausäure gehört laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zu den natürlichen Toxinen, die beim Kauen und während der Verdauung aus den Kernen der Aprikosen freigesetzt werden. In hohen Mengen kann es so zu Vergiftungen mit Atemlähmung kommen, die im schlimmsten Fall tödlichen enden können.

Giftige Aprikosenkerne: Fehlende Kennzeichnung auf Lebensmitteln

Um Vergiftungen durch bittere Aprikosenkerne zu vermeiden, hat die Europäische Union (EU) bereits vor einigen Jahren einen Höchstgehalt für Blausäure in Lebensmitteln festgelegt. Trotzdem werden auch weiterhin immer wieder Überschreitungen gemeldet, wie das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) mitteilte.

Dabei greifen Händler im Internet nicht selten zu fiesen Tricks. Um die lebensmittelrechtlichen Vorschriften zu umgehen, deklarieren einige Hersteller die für den menschlichen Verzehr nicht geeigneten Aprikosenkerne beispielsweise als Saatgut oder weisen nur im Kleingedruckten auf die Verzehrempfehlungen hin.

Giftige Aprikosenkerne: Vorsicht vor Vergiftungserscheinungen

Schon der Verzehr weniger Kerne kann allerdings zu schweren Vergiftungsreaktionen mit Beschwerden wie:

Zwar kann der Körper geringe Mengen Blausäure ohne Probleme abbauen. Erwachsene sollten laut Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch nicht mehr als zwei Aprikosenkerne am Tag zu sich nehmen. Besser ist es, vorsorglich ganz darauf zu verzichten. Das gilt besonders für Kinder, Schwangere und stillende Mütter. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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