Einkaufsratgeber

Fisch essen: Nur diesen Fisch dürfen Sie kaufen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Beim nächsten Fisch-Einkauf sollten Gartenfreunde ganz genau hingucken. Denn oftmals kommen die Tiere aus überfischten Gegenden und tragen Schadstoffe in sich.

Hamburg – Frisch zubereiteter Fisch gilt als besonders gesund und lecker. Bei vielen landen Fisch und Meeresfrüchte daher regelmäßig auf dem Teller. Rund 14,4 Kilogramm Fisch pro Kopf werden jährlich alleine in Deutschland verzehrt. Doch rund ein Viertel der weltweiten Fischbestände gilt laut Umweltorganisationen wie Greenpeace bereits als überfischt. Negative Schlagzeilen über Schadstoffe in Fischen und die Aufzucht in Aquakulturen machen es Verbrauchern bei der großen Auswahl im Supermarkt nicht leichter. Welche Fischsorten Gartenfreunde noch ohne schlechtes Gewissen kaufen können und von welchen Fischen Sie lieber die Finger lassen sollten, erfahren Sie hier.

Fisch essen: Überfischung ist nicht das einzige Problem

Besonders die fortschreitende Überfischung macht Experten große Sorgen. So sind die weltweiten Fischbestände bereits so sehr geschrumpft, dass sie sich davon vermutlich nie mehr vollständig erholen werden. Als Antwort auf die sinkenden Fischbestände werden daher immer mehr Fischsorten in Aquakulturen herangezüchtet.

Da Züchter die in Aquakulturen lebenden Fische jedoch in der Regel mit Fischmehl aus Wildfang füttern, scheint dies kein geeigneter Ausweg zu sein. Häufig sind die Fische zudem mit Antibiotika belastet, um die Ausbreitung von Krankheiten auf engem Raum zu verhindern.

Fisch essen: Auf Fanggebiet und -methode achten

Wer nachhaltig einkaufen möchte, sollte daher vor allem darauf achten, aus welchem Fanggebiet die Ware stammt. Denn nicht in allen Meeren können Fischer noch nachhaltig ihrer Arbeit nachgehen. Woher der angebotene Fisch stammt, müssen Händler auf der Verpackung angeben. Auch frisch gefischte Ware muss als solche gekennzeichnet sein.

Laut dem Fischratgeber der Umweltorganisation Greenpeace kommt es bei Wildfischen allerdings nicht nur darauf an, wo sie gefangen werden. Auch die Fangmethode ist entscheidend. So können nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg selektive Fangmethoden den Beifang, der bis zu 90 Prozent der Fangmenge ausmachen kann, stark verringern und den Meeresboden schonen.

Fisch essen: Diese Siegel bieten Orientierung

Eine erste Orientierung, ob ein Fisch aus nachhaltigem Fang stammt, geben verschiedene Bio- und Umweltsiegel. Zu den bekanntesten zählt dabei das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) für Wildfisch. Allein in Deutschland tragen über 3000 Produkte das MSC-Siegel. Verlassen sollten sich Verbraucher allerdings nicht nur auf das Siegel. So sind einige Fischereien laut der Verbraucherzentrale trotz MSC-Zertifizierung nicht empfehlenswert.

Strengere Regeln gelten für das Naturland-Siegel. Für Fische und Meeresfrüchte aus Aquakulturen empfehlen die Verbraucherschützer zudem die Siegel von Bioland und dem Aquaculture Stewardship Council (ASC)*.

Fisch essen: Diese Sorten sind zu empfehlen

Ein paar Fischsorten können laut den Experten von Greenpeace noch ohne Bedenken verzehrt werden. Allerdings nur, wenn sie aus bestimmten Fischfanggebieten stammen. Dazu zählen Sorten wie:

Grundsätzlich gelten Fanggebiete wie der Nordost-Pazifik und der Nordost-Atlantik als geeignete Regionen. Auch Wildlachs aus Alaska, Hering aus der Nordsee sowie Bio-Forellen und Karpfen aus europäischer Zucht sind nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF eine gute Wahl. Vorsichtig sein sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei sogenanntem „veganen Fisch“. So gibt es beispielsweise eine vegane Variante vom Konzern Nordee, der bei der Zubereitung des veganen Fisches einen Fehler bei der Produktion beging, sodass das Produkt streng genommen nicht mehr vegan war, wie 24ruhr.de berichtet*.

Fisch essen: Auf diese Sorten sollten Sie besser verzichten

Folgende Fischsorten sind laut den Verbraucherschützern dagegen alles andere als zu empfehlen:

  • Aal
  • Steinbeißer
  • Wolfsbarsch
  • Blauflossenthun
  • atlantischer Seelachs
  • Hai

Der WWF empfiehlt darüber hinaus, Fisch nur in Maßen zu essen. Denn Fisch ist und bleibt eine Delikatesse, die nur gelegentlich auf dem Teller landen sollte. *Merkur.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare