Von wegen Diät-Trick

Diät-Mythen: Diese Gerüchte übers Abnehmen sind nicht zutreffend

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Diäten liegen das ganze Jahr über im Trend. Dabei schleichen sich viele Diät-Mythen ein, die gar nicht stimmen. Diese Gerüchte übers Abnehmen sind falsch.

Bonn – Jahresanfang ist die Zeit der guten Vorsätze, motiviert starten wir ins neue Jahr und probieren vielleicht eine Diät aus. Für die Umsetzung hat jeder einen guten Tipp parat. Blöd nur, dass viele Diät-Mythen, die sich hartnäckig halten, überhaupt nicht stimmen. Das sind die gängigsten Behauptungen.

Diät-Mythen: Diese Gerüchte übers Abnehmen stimmen nicht

Im Januar gibt es zahlreiche Anreize, die Ernährung umzustellen. Darunter Aktionen wie der Veganuary und der Dry January, aber auch Intervallfasten und andere Diätformen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zusätzlich helfen einige Diät-Tricks weiter beim Abnehmen. So manch gut gemeinter Ratschlag und auch Theorien, die sich vehement halten, gehören aber eher ins Reich der Diät-Mythen.

Diese Diät-Mythen stimmen nicht:

  • Crunches und Sit-Ups lassen das Bauchfett verschwinden: Dass Sport gesund ist, steht außer Zweifel. Gezielt durch diese Übungen am Bauch Fett zu verlieren, funktioniert aber nicht. Denn der Körper bestimmt größtenteils selbst, wo er wann Fett abbaut. Bauchfett hält sich meist besonders hartnäckig, es gibt aber andere Methoden für einen flachen Bauch.
  • Sauna-Besuche helfen beim Abnehmen: In der Sauna schwitzen wir und verlieren damit Wasser. Leichter werden wir dadurch also schon, aber nicht langfristig. Auch wenn ein Saunabesuch nicht direkt beim Abnehmen hilft, so ist er doch gut für den Kreislauf und unsere Gesundheit allgemein.
  • Schnelle Diäten machen dauerhaft schlank: Diäten machen grundsätzlich nur Sinn, wenn die Ernährung dauerhaft umgestellt wird. Kurzzeitige Diäten wie eine 1-Tages-Diät oder kurzzeitiges Fasten helfen dem Körper dabei, Giftstoffe loszuwerden und wir fühlen uns besser. Langfristig bringen sie aber nichts, wenn danach wieder Fast-Food auf dem Teller landet. Der Jo-Jo-Effekt lässt grüßen. Abgesehen davon besteht bei kurzen Diäten die Gefahr einer zu einseitigen Ernährung. Die BARMER rät zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung, so verliere man etwa ein halbes Kilogramm Gewicht pro Woche.
  • Abends zu essen, macht dick: Dabei kommt es sehr auf die Abendessens-Routine an. Wer abends Snacks in sich hinein stopft, wird sicherlich nicht abnehmen. Mit ein paar Tricks gelingt aber das Abnehmen trotz Abendessen.
  • Light-Produkte helfen beim Abnehmen: Laut BARMER ist die Definition von Light-Produkten 30 Prozent weniger Zucker und Fett. Was viele nicht bedenken: Es kommen dennoch oft andere Süßungsmittel zum Einsatz und die Kalorienmenge muss bei Light-Produkten nicht automatisch niedriger sein. Es steht auch zur Debatte, ob Light-Getränke nicht das Diabetes-Risiko erhöhen können.
  • Kohlenhydrate machen dick: Hierbei kommt es sehr darauf an, was und wie viel gegessen wird. Vollkornprodukte beispielsweise enthalten viele B-Vitamine sowie Spurenelemente und Mineralstoffe. Weißmehl dagegen kann den Fettabbau erstmal hemmen. Produkte wie Vollkornbrot, Nudeln oder Reis aus Vollkorn machen in geringen Mengen nicht dick. Verzichtet werden sollte lediglich auf Kuchen, Chips und Ähnliches zusätzlich zum normalen Essen.
  • Veganer und Vegetarier sind immer schlank: Nein, eine Umstellung auf eine vegetarische oder vegane Ernährung macht leider nicht sofort oder überhaupt schlank. Dazu gibt es viel zu viele leckere Ersatzprodukte, zudem sind einige Snacks wie viele Chipssorten vegan. Und auch Hülsenfrüchte oder Nüsse können viele Kalorien haben. Hier lauern also die gleichen Fallen wie bei einer Ernährung mit Fleisch. Wer jedoch auf Rohkost oder eine vorwiegend pflanzenbasierte Ernährung umsteigt oder bewusst Ernährungspläne macht, wird damit abnehmen. Mit Fleisch oder Fisch hat das wenig zu tun.
  • Trennkost hilft beim Abnehmen: Mit diesem Mythos hat die Deutsche Gesellschaft der Ernährung aufgeräumt. Es gebe keine Nachweise dafür, dass geringe nächtliche Insulinausschüttung dauerhaft eine Gewichtsabnahme fördere.
  • Vollkornprodukte machen schlank: Nein. Die Kalorienmenge ist dabei nicht unbedingt geringer als bei Weißmehl, nur ist Vollkorn, wie oben erwähnt, gesünder für uns. Wer auf die richtige Menge achtet, kann auch mit Vollkornprodukten abnehmen, nur liegt das dann an der Tagesmenge an Essen.
  • Ohne Frühstück nimmt man ab: Dazu gibt es eine Studie der Universität Minneapolis. Dabei kam heraus, dass Jugendliche mit Frühstück im Schnitt 2,3 Kilo weniger wogen als Probanden, die nicht frühstückten. Frühstück ist wichtig, damit der Stoffwechsel in Schwung kommt und Heißhunger vermiedene werden kann.
  • Süßigkeiten sind bei einer Diät verboten: Diäten haben vorrangig den Sinn, die Ernährung dauerhaft umzustellen. Das klappt aber nur, wenn wir auch mit der Diät einverstanden sind und uns nicht durchgehend das Liebslingsessen statt dem Salat wünschen. Eine Lieblingsmahlzeit pro Woche oder ein gelegentlicher Snack helfen also dabei, durchzuhalten.

Nicht alles, was man über Diäten so hört, stimmt also. Dennoch sind Sauna und Sport definitiv gesund, statt Light-Getränken eignet sich aber Tee oder Wasser besser. Machen Sie doch bei einer Diät-Challenge oder dem Veganuary mit. Solche Events beinhalten viele Teilnehmer und regen Austausch mit Tipps in den sozialen Medien. Das nimmt den Druck und fördert den Spaß an der Ernährungsumstellung. Leckere Rezepte gibt es außerdem.

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