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Chlorophyll in der Ernährung: Neues Superfood oder übertriebener Hype?

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Von: Franziska Irrgeher

Haben Sie schon mal Chlorophyll getrunken? Der Trend geht aktuell zu flüssigem Chlorophyll als Tropfen, aber hält das Mittel auch, was es verspricht?

München – Grassaft, grüne Smoothies und mehr sind längst bekannt unter Fans von Superfoods und immer neuen Ideen, die eigene Gesundheit zu optimieren. Relativ neu ist die Idee, Chlorophyll als Tropfen zu sich zu nehmen, verdünnt mit Wasser. Manche waschen damit sogar Haut oder Wunden. Aber was ist dran an dem Hype um die grünen Tropfen?

Chlorophyll in der Ernährung: Superfood oder übertriebener Hype?

Chlorophyll ist für die grüne Farbe von Pflanzen verantwortlich, ein anderer Begriff ist Blattgrün. Es handelt sich dabei um natürliche Farbstoffe, die die Pflanzen bilden. Sie helfen bei der Photosynthese und einigem mehr. Wenn nun Pflanzen dank Chlorophyll so gesund sind, könnte man den Stoff doch auch für die menschliche Gesundheit nutzen, diese Idee ist an sich nicht neu. Schon lange gibt es beispielsweise grüne Smoothies, die viel grünes Blattgemüse beinhalten, auch Grassaft enthält Chlorophyll. Beiden Getränken werden Vorteile für die Gesundheit zugeschrieben. Aber muss man wirklich einen Schritt weiter gehen und natürliches Chlorophyll trinken?

Zu sehen ist ein Glas, in dem sich gerade grüne Flüssigkeit ausbreitet, daneben Minzblätter (Symbolbild).
Chlorophyll gibt es inzwischen auch als Tropfen (Symbolbild). © rubisco/Imago

Chlorophyll-Tropfen sollen, wenn sie hochwertig sind, natürliches Chlorophyll enthalten, beispielsweise aus Alfalfa. Genauer handelt es sich um Chlorophyllin. Aromen, Zusatzstoffe und mehr finden sich darin meist nicht, je dunkler die Farbe, desto besser soll es sein. Chlorophyll werden folgende Vorteile zugeschrieben:

Tatsächlich stimmt, dass Chlorophyll antioxidativ wirkt und vor freien Radikalen schützt. Zum Thema Abnehmen und Chlorophyll gibt es eine Studie aus dem Jahr 2014, auch die Wirkung auf die Haut soll bereits belegt sein. Ob die Tropfen gegenüber grünem Gemüse aber Vorteile haben, bleibt abzuwarten.

Chlorophyll in der Ernährung: Geschmack, Nebenwirkungen, Alternativen

Der Food-Trend sieht vor, Chlorophyll-Tropfen verdünnt in Wasser einzunehmen, alternativ gibt es auch Tabletten. Wasser mit Chlorophyll erinnert geschmacklich am ehesten an Grassaft, es schmeckt gewöhnungsbedürftig, aber nicht eklig. Wer Zimmerpflanzen schon mit natürlichem Dünger aus beispielsweise Algen gedüngt hat, kennt zudem den etwas eigenartigen Geruch des Getränks. Ein wenig, als würden Sie in Ihre Zimmerpflanze beißen.

Aber gibt es Nebenwirkungen? Grundsätzlich wird geraten, dass Schwangere und stillende Personen es nicht einnehmen, manche Nutzer vermuten zudem mögliche Wechselwirkungen mit der Pille, die bislang aber nicht belegt oder widerlegt sind. Ein Gespräch mit dem Arzt bei Bedenken ist vorher also eine gute Idee. Ansonsten kann es bei Unverträglichkeiten zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Zudem kann es zur Grünfärbung des Stuhls und eventuell des Urins kommen, das ist kein Grund zur Sorge.

Allerdings bekommen Sie die Vorteile von Chlorophyll auch etwas einfacher, nämlich mit grünen Gemüsesorten. Viel Chlorophyll enthält beispielsweise auch Spinat, Brokkoli, Grünkohl, grüne Erbsen und natürlich grünes Blattgemüse. Auch Kräuter können sich eignen. Damit nimmt man neben Chlorophyll auch gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine und mehr zu sich und der Geschmack ist meist weniger intensiv als der der Tropfen.

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