Langer Transportweg

Agavendicksaft: Das müssen Sie über die vegane Zuckeralternative unbedingt wissen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Agavendicksaft ist besonders bei einer veganen Ernährungsweise beliebt. Denn der Saft ersetzt oft die Süße von Honig. Doch ganz unbedenklich ist der Konsum von Agavendicksaft nicht.

Frankfurt am Main – Früher war Agavendicksaft fast ausschließlich in Bioläden erhältlich. Heutzutage finden Verbraucher das Süßungsmittel in fast jedem Supermarkt. Agavendicksaft hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Zuckerersatz und alternativen Süßungsmittel entwickelt. Doch vor dem Kauf sollten sich Verbraucher gründlich über die Hintergründe von Agavendicksaft informieren.

Agavendicksaft: Das müssen Sie über den Zuckerersatz wissen

Je nach Farbton erinnert der Geschmack von Agavendicksaft mal mehr, mal weniger an Karamell. Das Süßungsmittel ist in verschiedenen Farbtönen erhältlich, von fast farblos und durchsichtig bis bräunlich und ebenfalls durchsichtig. Dabei wird der Geschmack bei dunkleren Tönen immer intensiver. Fans des Agavendicksafts feiern ihn als gesunde Alternative zum Süßen von Müsli, Kuchen oder herzhaften Gerichten. Doch Gartenfreunde sollten sich nicht zu früh über diesen Zuckerersatz freuen, denn das Attribut gesund im Zusammenhang mit Süßungsmittel ist problematisch.

Agavendicksaft wird laut Öko-Test aus der Agavenpflanze gewonnen. Größtenteils findet der Anbau der Agavenpflanze in Mexiko statt. Bei der Ernte entfernen Fachkundige den inneren Kern der Pflanze und tragen über mehrere Monate den im Loch aufsteigenden Agavensaft ab. Dann bereiten sie ihn zu einem dickflüssigen Konzentrat zu, welches als Agavendicksaft in die Läden kommt.

Agavendicksaft: Das steckt drin und so gesund ist er wirklich

Agavendicksaft beinhaltet hauptsächlich:

  • Fructose
  • Glucose

Es ist also ein wirkungsvolles Süßungsmittel, aber sehr süß aufgrund des Fruchtzuckers und somit nicht pauschal gesund. Fructoseintolerante Menschen sollten daher vorsichtig sein beim Verzehr von Agavendicksaft und sich lieber nach anderen Süßungsalternativen umschauen*. Auch gesunde Menschen sollten nicht zu viel Fructose zu sich nehmen, denn Fructose unterstützt laut der Verbraucherzentrale NRW in größeren Mengen die Entstehung von Diabetes und Fettleibigkeit sowie Bluthochdruck.

Im Vergleich mit Haushaltszucker stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler laut Öko-Test zwar einen höheren Anteil an Mineralstoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Spurenelementen fest. Um davon jedoch zu profitieren, müssten Menschen eine viel zu große Menge an Agavendicksaft zu sich nehmen. Der Unterschied zum Haushaltszucker ist in Bezug auf die Gesundheit also marginal.

Zudem ist der Transportweg von Agavendicksaft kritisch zu betrachten. Denn der lange Transportweg von Mexiko aus bis Deutschland bedeutet auch mehr CO2-Ausstoß und eine schlechtere Klimabilanz. Zudem kostet die Agavendicksaft-Produktion in Mexiko viel Energie.

Wer also eine Alternative zu Haushaltszucker sucht, ist mit regionalem Honig besser bedient. Der Transportweg ist kurz, die Süßungskraft stark und wer einen kleinen Garten hat, kann sich sogar selbst als Hobby-Imker versuchen. Daneben gibt es auch viele Dicksäfte aus regionalem Obst wie Äpfel oder Birnen, die ebenfalls Speisen versüßen. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © imago images / agefotostock

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