FODMAP-Diät: Infos und Tipps

FODMAP-Diät: Sie haben einen Reizdarm? Dann sollten Sie auf diese Lebensmittel verzichten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
    schließen

Bei Reizdarm kann eine Ernährungsumstellung nach der FODMAP-Diät helfen, hier erfahren Sie, welche Lebensmittel Sie meiden sollten.

  • Die FODMAP-Diät wird vor allem beim Reizdarmsyndrom empfohlen
  • Dabei soll auf bestimmte, gasbildende Lebensmittel verzichtet werden
  • Mit der richtigen Ernährung lässt sich die Intensität der Symptome langfristig lindern

Köln – FODMAPs sind bestimmte mikrobiologische Stoffe, die in zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind und unter anderem zu starker Gasbildung führen. Bei einer Low-FODMAP-Diät werden ebendiese Lebensmittel möglichst aus dem Ernährungsplan gestrichen, was insbesondere bei Reizdarm-Symptomen Besserung bringen soll.

FODMAP: Wofür steht „FODMAP“?

FODMAP“ ist ein Akronym aus folgenden englischen Begriffen:

  • Fermentable
  • Oligosaccharides
  • Disaccharides
  • Monosaccharides
  • And Polyols

Die Begriffe leiten sich aus der Biochemie ab und bezeichnen bestimmte Alkohol- und Zuckerkonfigurationen, die fermentiert werden und im Laufe des Stoffwechselwegs Gase auslösen, Wasser bilden und Nährstoffe blockieren.

FODMAP: Wie die FODMAP-Diät funktioniert

Wer sich nach FODMAP-Prinzip ernähren möchte, sollte auf all jene Lebensmittel verzichten, die die genannten Inhaltsstoffe aufweisen. Entsprechend ist die Bezeichnung „Low-FODMAP-Diät“ eigentlich zutreffender. Eine Ernährungsumstellung nach FODMAP wird vor allem bei Reizdarm-Symptomen häufig empfohlen.

Beim Reizdarm handelt es sich um eine besonders häufig gestellte Diagnose, die mit Bauchschmerzen, Unwohlsein sowie Durchfall oder Verstopfung nach dem Genuss bestimmter Speisen einhergeht. Weil es aber nicht immer so einfach ist, den Überblick zu behalten, gibt es zum Beispiel von der Monash University (Melbourne) inzwischen auch eine FODMAP-Diät-App, mit der Interessenten jeweilige Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe hin überprüfen können.

FODMAP: Welche Lebensmittel sind bei der FODMAP-Diät verboten?

All jene Lebensmittel, die einen hohen FODMAP-Gehalt aufweisen, sollten nur in Maßen genossen oder gänzlich aus dem Ernährungsplan gestrichen werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Grüne Paprika, Pilze, Spargel, Zwiebeln
  • Äpfel, reife Bananen, Kirschen, Johannisbeeren, Datteln, Birnen, Wassermelone
  • Weizen, Grieß, Couscous, Paniermehl
  • Joghurt, Frischkäse, Schlagsahne, Kuhmilch

Besonders zuckerreiche Lebensmittel sind in der Regel reich an FODMAPs. Entsprechend sollten Betroffene hier besondere Vorsicht walten lassen. Das gilt auch für Obst und Früchte, die in erster Linie viel Fructose enthalten.

FODMAP: Diese Lebensmittel sind bei der FODMAP-Diät erlaubt

Reizdarm-Ernährung zeichnet sich insbesondere durch FODMAP-arme Lebensmittel aus. Die sind besonders leicht verdaulich, sollen den Darm möglichst wenig belasten und dabei dennoch viele Nährstoffe liefern. Dazu gehören vor allem:  

  • Grüne Bohnen, Gurke, Grünkohl, Chili, Kartoffeln, Spinat, Zucchini
  • Ananas, Blaubeeren, getrocknete Früchte, Erdbeeren, Heidelbeeren, frischer Orangensaft
  • Buchweizen, Dinkel, Haferflocken, Reis, Quinoa
  • Butter, Hartkäse, Brie, Feta, Mozzarella, laktosefreie Produkte
  • Trockener Wein, Gin, Wodka
  • Eier, Fisch, Lamm, Rind, Schwein, Geflügel

FODMAP: So gesund ist die FODMAP-Diät  

Lebensmittel, die FODMAPs enthalten, sind weder giftig noch für gesunde Personen mit unangenehmen Symptomen verbunden. Allerdings können sie bei Reizdarm durch ihre ausgedehnte Molekülgröße schwerer vom Dünndarm aufgenommen werden, binden viel Wasser und sorgen im Dickdarm durch die Fermentierung für Gase. Durch die hohe Wasserbindung können sie Durchfall verursachen, während die Gase im Dickdarm zu schmerzhaften Blähungen führen.

Etwaige Nährstoffe können zudem den Dünndarm nicht so leicht passieren und werden entsprechend weniger effizient aufgenommen. Laut aerzteblatt-Bericht sind die Erfolgsaussichten einer FODMAP-Diät überaus hoch, jedoch sollte die Lebensqualität der Betroffenen nicht zu sehr unter der restriktiven Ernährungsweise leiden.

FODMAP: Rezepte finden und nachkochen

Welches Brot darf bei der FODMAP-Diät eigentlich auf den Teller? Grundsätzlich sind alle glutenfreien Produkte sowie Brot aus Maismehl, Dinkel und Hafer erlaubt. Wer eine umfassendere Übersicht mit allen herkömmlichen Lebensmitteln sucht, findet auf diversen FODMAPS-Seiten eine umfangreiche FODMAP-Liste. Einfache FODMAP-Rezepte sind leicht zu finden – Anleitung zum Nachkochen inklusive! Ein Ernährungsberater in der Nähe kann außerdem weitere Tipps und Tricks an die Hand geben.

Rubriklistenbild: © Monique Wüstenhagen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare