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Ernährung bei Rheuma: Was man essen kann und worauf man verzichten sollte

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Von: Franziska Irrgeher

Bei der chronischen Entzündung der Gelenke sollten möglichst wenig entzündungsverstärkende Lebensmittel gegessen werden. Eine basische Ernährung dagegen kann helfen.

Berlin – 1,5 Millionen Menschen und damit etwa zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung sowie 20.000 Kinder in Deutschland leiden laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh, Sitz in Berlin) unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Die Erkrankung Rheuma ist dabei definiert als eine Reihe schmerzhafter und funktionsbeeinträchtigender Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. 

Rheuma als Erkrankung: Anzeichen, Ursachen und Symptome

Der Begriff Rheuma ist ein Sammelbegriff für über 100 verschiedene rheumatische Erkrankungen. Die Erkrankungen können in vier unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden, wovon die entzündlich-rheumatische Erkrankung die häufigste Form ist. Etwa jeder hundertste Mitteleuropäer ist von der chronischen Gelenkentzündung, der rheumatoiden Arthritis, betroffen.

Ursache dieser Erkrankung ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems der Betroffenen. Dadurch kommt es zu wiederkehrenden Entzündungen an der Gelenkinnenhaut. Die Gründe für die Autoimmunerkrankung können vielfältig sein und von Stress, aber auch erblicher Vorbelastung oder Umwelteinflüssen wie Rauchen abhängen.

Anzeichen dieser Form der rheumatischen Erkrankung sind starke Gelenkschmerzen, die mitunter sehr plötzlich auftreten können und als „Rheumaschub“ bezeichnet werden. Diese Schübe können mit den Nebeneffekten von geschwollenen Gelenken oder Steifigkeit auftreten. Die Diagnostizierung der Krankheit erfolgt über verschiedene Tests bei einem Facharzt, einem Rheumatologen. Dort werden durch Bluttests Rheumafaktoren und verschiedene Entzündungsmarker bestimmt. Den passenden Ansprechpartner kann man etwa über diese Karte mit zertifizierten DGRh Rheumazentren finden.

Die richtige Ernährung bei Rheuma-Erkrankungen

Da es sich bei rheumatischen Erkrankungen um Entzündungen an den Gelenken handelt, kann man diese durch die Ernährungsweise sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung mit der Einnahme von ausreichend Vitaminen und Nährstoffen ist eine gute Basis für einen milderen Krankheitsverlauf. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollte jedoch die Einnahme von Arachidonsäure reduziert werden.

Arachidonsäure fördert die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe, die Gelenkentzündungen hervorrufen können. Der Stoff kommt ausschließlich in tierischen Produkten, also Fleisch und Milchprodukten, sowie Hühnereiern wie auch daraus verarbeiteten Nahrungsmitteln vor. Ein stark reduzierter Fleischkonsum und eine verringerte Aufnahme von Milch- und Eierprodukten können die Entzündungswerte langfristig niedriger halten und Rheumaschübe so verhindern oder hinauszögern. Informationen zu Lebensmitteln bei Rheuma bietet auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Entzündungshemmende Lebensmittel als Unterstützung

Die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Lebensmittel im Zuge einer ausgewogenen Ernährung kann der Entzündung in den Gelenken vorbeugen oder diese verlangsamen.

Empfehlenswert sind:

Basische Ernährungsform für Rheumapatienten

Experten raten Menschen mit rheumatischen Erkrankungen zu einer basischen Ernährungsform. Durch die Aufnahme basenbildender Nahrung kann der bei Rheumapatienten säurehaltigeren Flüssigkeit in den Gelenkspalten entgegengewirkt und die Anregung von Schmerzrezeptoren gelindert werden. Eine Lebensmitteltabelle mitsamt der zugehörigen Basenwerte kann den Einstieg in die basische Ernährung erleichtern.

Neben viel Obst und Gemüse ist auch die Aufnahme von Omega 3 Fettsäuren ein wichtiger Bestandteil der Ernährung, um Rheumaschüben entgegenzuwirken. Sie können entweder durch Öle, wie Fischöl, Rapsöl oder Walnussöl aufgenommen werden, oder durch das Essen von Makrele, Hering oder auch Lachs.

Auch in den sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche Tipps und kreative Rezeptideen zu basischer Ernährung.

Kaffee als Risikofaktor bei rheumatischen Erkrankungen?

Laut einer Studie haben Menschen, die mehr als vier Tassen Kaffee am Tag trinken ein doppelt so hohes Risiko für Gelenkentzündungen. Der direkte Zusammenhang zwischen Kaffee und rheumatischen Erkrankungen kann empirisch nicht eindeutig belegt werden. Jedoch scheint es, dass starker Kaffeekonsum neben anderen Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis begünstigen könnte und daher von Rheumapatienten nur in Maßen genossen werden sollten.

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