1. 24garten
  2. Gesund ernähren

Einkochen im Backofen: So vermeiden Sie unnötige Fehler

Erstellt:

Von: Anna Katharina Küsters

Einkochen im Backofen kostet ein wenig Zeit, aber es lohnt sich. Denn so machen Sie Ihre Ernte aus dem Sommer und Herbst für lange Zeit haltbar.

Bonn – Der Herbst schenkt Gartenfreunden oftmals noch mal große Ernteerträge. Nicht immer finden die dann direkt Verwertung in der Küche. Das ist jedoch nicht schlimm, denn es gibt zahlreiche Methoden, Gemüse und Obst haltbar zu machen. Zum Beispiel, indem Gärtnerinnen und Gärtner es im Backofen einkochen. Danach ist das Vorratsregal im Keller sicherlich gut gefüllt mit Einmachgläsern, die die Ernte des Herbstes monatelang frisch halten.

Einkochen im Backofen: So machen Sie Ihr Gemüse und Obst haltbar

Es ist nicht immer abschätzbar, wie viel Ertrag der Gemüse- oder Obstgarten am Ende wirklich hervorbringt. Läuft es in einem Jahr besonders gut und stimmt die Pflege der Pflanzen, dann belohnt ein Nutzgarten seine Besitzer am Ende mit einer Vielzahl von Früchten. Das ist in der Regel ein Grund zur Freude, denn auch wenn die Ernte größer ausfällt als eigentlich benötigt, lässt sich das Gemüse und Obst bestens haltbar machen.

Eine Variante ist beispielsweise das Einkochen im Backofen. Bevor Gartenfreunde damit beginnen, müssen sie sich im Klaren sein, dass sie beim Einkochen akribisch vorgehen müssen. Denn passieren Fehler, droht im schlechtesten Falle die Verbreitung des Bakteriums Clostridium botulinum. Das in diesem Bakterium enthaltene Gift führt beim Verzehr bei Menschen zu Botulismus, einer gefährlichen Lebensmittelvergiftung. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist das enthaltene Gift erst unschädlich, wenn es bei mindestens 80 Grad Celsius für fünf Minuten erhitzt wurde. Das Bakterium selbst und seine Sporen sterben erst nach einer Erhitzung auf 120 Grad Celsius für drei Minuten ab.

Um eine Erkrankung an Botulismus zu verhindern, müssen Gartenfreunde folgende Dinge beim Einkochen im Backofen beachten:

Grundsätzlich gilt: Bleibt der Deckel des Einmachglases nach dem Abkühlen am Ende geschlossen, wenn Gärtnerinnen und Gärtner es in die Höhe heben, ist der Inhalt in Ordnung. Geht der Deckel auf, ist das Einmachen im Kochtopf misslungen.

Zu sehen ist ein weiß-blauer Kacheltisch, auf dem ein Einmachglas steht, das gefüllt ist mit grünen Gurken und Zwiebeln (Symbolbild).
Gurken lassen sich leicht einkochen im Backofen (Symbolbild). © Westend61/Imago

Einkochen im Backofen: Die Vorbereitungen

Das Einkochen im Backofen funktioniert in wenigen Schritten, auch wenn Gartenfreunde diese mit Vorsicht und Bedacht vornehmen müssen. Als Erstes steht das Säubern der Einmachgläser an. Keime, Viren und Bakterien auf den Gläsern rücken Gärtnerinnen und Gärtner am besten mit kochendem Wasser auf den Leib. Dafür legen sie die Gläser fünf Minuten in kochendes Wasser und lassen sie dann auf einem sauberen Küchentuch abtropfen und trocknen. Dann bereiten sie das Gemüse oder Obst vor. Dafür waschen sie das jeweilige Lebensmittel, das ins Einmachglas wandern soll, gründlich ab und trocknen es.

Das Gemüse oder Obst kommt dann in die sauberen Einmachgläser. Je dichter die Gemüse- oder Obststückchen im Glas aneinander liegen, desto besser. Dann kommt die Flüssigkeit: Wer Obst einkocht, gibt in die Gläser eine Mischung aus Zucker und Wasser im Verhältnis 5:1. Bei Gemüse reicht es, das Ganze mit abgekochtem Wasser zu übergießen. Gartenfans mit feinem Gaumen geben dann noch frische Kräuter vom Balkon oder aus dem Garten dazu wie etwa Thymian oder Oregano. Auch Knoblauch gibt dem Ganzen eine besondere Note.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Einkochen im Backofen: Von der Fettpfanne in den Ofen

Die Deckel ordentlich schließen und weiter zur Pfannen-Vorbereitung. Dafür geben Gartenfans ein wenig Wasser in eine Fettpfanne, sodass das Wasser etwa drei Zentimeter hoch in der Pfanne steht. Dann stellen sie die Gläser auf die Pfanne, und zwar so, dass sie sich nicht berühren. Je nach Größe der Fettpfanne passen etwa drei bis fünf Gläser nebeneinander. Die Fettpfanne mit den Gläsern schieben Köchinnen und Köche dann vorsichtig auf die unterste Schiene des Backofens.

Für das Vorgehen danach ist entscheidend, ob Obst oder Gemüse im Glas ist. Bei Obst schalten Köchinnen und Köche den Ofen ein und heizen ihn auf 175 Grad Celsius Ober-/Unterhitze auf. Das Vorheizen des Backofens ist dabei nicht notwendig*. Sobald das Wasser an den Glaswänden perlt, schalten sie den Ofen wieder aus und lassen die Gläser noch weitere 30 Minuten im Ofen stehen.

Bei Gemüse oder Fleisch läuft der Prozess bei 190 bis 200 Grad Celsius Ober-/Unterhitze ab. Sobald Luftbläschen im Glas aufsteigen, drehen Küchenfans die Hitze herunter auf 150 Grad Celsius. Bei dieser Temperatur bleiben die Gläser noch eine halbe Stunde im Ofen, bis sie bei ausgeschaltetem Ofen nochmals eine halbe Stunde darin ruhen dürfen. Nach 24 Stunden wiederholen Gartenfreunde den Vorgang. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant