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E-Nummern verstehen: So einfach erkennen Sie Zusatzstoffe in Lebensmitteln

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Immer mehr Menschen schauen bei Lebensmitteln genau hin. Dabei entdecken sie auch die sogenannten E-Nummern. Sie geben Aufschluss über Zusatzstoffe. Nicht alle davon sind gesund.

Bonn – „Du bist, was du isst.“ Dieser Spruch kommt nicht von ungefähr, denn unser Körper reagiert auf und agiert mit allen Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen. Umso wichtiger ist es deshalb, sich beispielsweise über Zusatzstoffe in Lebensmitteln zu informieren. Allergiker sollten beispielsweise besonders vorsichtig sein, aber auch Kleinkinder sollten nicht zu viele Zusatzstoffe essen. Zusatzstoffe sind in Europa mit den sogenannten E-Nummern gekennzeichnet.

E-Nummern verstehen: Diese Zusatzstoffe stecken in Ihren Lebensmitteln

Immer mehr tritt eine gesunde und ausgewogene Ernährung in den Vordergrund von Gärtnerinnen und Gärtnern. Und auch Menschen, die in der Stadt leben und einen Balkon haben, widmen sich immer öfter mit Freude dem Urban Gardening. Das Gute dabei ist, dass Gartenfreunde wieder wissen, woher ihr Gemüse kommt und sich mit bepflanzten Balkonen auch in Städten eine kleine Autonomie von normalen Supermark-Nahrungsmitteln herstellen lässt.

Leider lässt sich längst nicht alles selbst anpflanzen und ernten und im Winter geht sogar den gut vorbereiteten Gärtnern teils das Gemüse aus. Daher bleibt der Gang zum Supermarkt nicht aus. Dabei sollten Gartenfreunde sich von Zeit zu Zeit die Liste mit den Inhaltsstoffen durchlesen, denn dort finden sie mitunter auch die sogenannten E-Nummern. E-Nummern kennzeichnen laut dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die Lebensmittelzusatzstoffe, die in der EU-Verordnung stehen. Jeder Zusatzstoff, der dort gelistet ist, erhält also eine E-Nummer. Der Buchstabe „E“ steht dabei für „edible/essbar“ oder „EG/EU“.

E-Nummern verstehen: Das macht einen Zusatzstoff aus

Laut der gesetzlichen Definition ist ein Lebensmittelzusatzstoff ein Stoff, der zum einen „weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird“ und zum anderen aber „ Lebensmittel aus technologischen Gründen (...) zugefügt wird“. Dadurch wird der Zusatzstoff zum Bestandteil des jeweiligen Lebensmittels. Essen wir Käse, Fisch, Gemüse, Chips, Pizza oder sonstige Sachen, nehmen wir diese Zusatzstoffe also mit auf.

Von Zusatzstoffen gibt es mehrere Klassen, die uns über den Zweck des Stoffes aufklären. So gibt es beispielsweise folgende Zusatzstoff-Klassen:

  • Säuerungsmittel
  • Säureregulatoren
  • Trennmittel
  • Schaumverhüter
  • Füllstoffe
  • Emulgatoren
  • Schmelzsalze
  • Süßungsmittel
  • Farbstoffe
  • Konservierungsstoffe
  • Antioxidationsmittel

Auf einer Lebensmittelverpackung muss zum einen dann die entsprechende E-Nummer des Zusatzstoffes oder seine chemische Bezeichnung stehen sowie der Klassenname. Bei loser Ware wie etwa Gemüse müssen Verbraucher besonders aufpassen, denn dort stehen die Zusatzstoffe lediglich auf einem Schild neben der Ware.

E-Nummern verstehen: Die Vorteile der E-Nummern und ihrer Zusatzstoffe

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Zusatzstoffe einer strengen Kontrolle unterliegen, bevor sie in Lebensmitteln erlaubt sind. Die Kontrollverfahren und Zulassungen der Stoffe sehen in jedem Land anders aus, EU-weit sind sie jedoch einheitlich geregelt. Die Zusatzstoffe, die wir über unser Essen zu uns nehmen, müssen beispielsweise in einer vorgegebenen Mange gesundheitlich unbedenklich sein.

Zudem darf ein Zusatzstoff nur zum Einsatz kommen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, dessen Wirkung zu erzielen. Und zu guter Letzt dürfen Zusatzstoffe die Käufer nicht in die Irre führen oder falsche Versprechungen machen. Die E-Nummern weisen also nur geprüfte und abgenommene Zusatzstoffe aus und helfen uns, selbst zu entscheiden, ob wir diese zu uns nehmen wollen oder nicht.

E-Nummern verstehen: Die Nachteile der Zusatzstoffe

Das Problem bei Zusatzstoffen ist jedoch, dass viele von ihnen im Verdacht stehen, bei größerem Verzehr Krankheiten wie Diabetes, Allergien oder Krebs zu erregen oder für Kleinkinder schädlich zu sein*. Daher hat das Bundeszentrum für Ernährung eine Liste herausgegeben, die alle E-Nummern und die entsprechende Klasse dazu aufzählt und angibt, ob und für wen die Stoffe schädlich sein könnten. Die wichtigsten E-Nummern und ihre Wirkung im Überblick:

E 100: Kurkumin – problematisch für AllergikerOrangegelber Farbstoff. Zugelassen zum Beispiel für Margarine, aromatisierten Schmelzkäse, Konfitüren, Kartoffelflocken, Wurst, Pasteten, Räucherfisch, weinhaltige Getränke. Kurkumin finden Verbraucher auch in Form von Aluminiumlacken für Überzüge, Dekoration und Füllungen von Süßwaren, Kuchen und Backwaren.
E 110: Gelborange S – problematisch für Allergiker und KleinkinderGelber Farbstoff. Zugelassen für Schmelzkäse, Spirituosen, Brausepulver, Limonaden, Desserts, Back- und Süßwaren, Kaugummi, Marmeladen, Lachsersatz, aromatisierte Sauermilch- und Sahneerzeugnisse, Panaden, Rührteige, Chutney, Fleisch- und Fisch-Analoge. Auch in Form von Aluminiumlacken für Überzüge, Dekoration und Füllungen von Süßwaren, Kuchen und Backwaren zu finden.
E 122: Azorubin (Carmoisin) – problematisch für Allergiker und KleinkinderRoter Farbstoff. Zu finden in Getränken, Süßwaren, Götterspeise, aromatisiertem Schmelzkäse, Fisch- und Krebstierpaste, Fertigsuppen und Soßen.
E 171: Titandioxid – problematisch für Allergiker und KleinkinderWeißer Farbstoff. Wird aus eisenhaltigem Mineral hergestellt. Vor allem in Dragees, Kaugummi, Dressings und Überzügen zu finden.
E 214: PHB-Ester (Ethyl-p-hydroxybenzoat) – problematisch für AllergikerKonservierungsstoff. Soll das Wachstum von Schimmel und Hefe verlangsamen. Verbraucher finden den Zusatzstoff nicht nur in Lebensmitteln wie Süßwaren, Soßen und Feinkostsalaten, sondern auch in Kosmetika.
E 220: Schwefeldioxid – problematisch für Allergiker, besonders AsthmatikerKonservierungsstoff. Wirkt ebenfalls gegen das Wachstum von Bakterien und Pilzen und verhindert zu schnelle Braunfärbungen. Verbraucher finden es in Wein, Trockenfrüchten, Kartoffel-Fertigprodukten, eingelegtem Gemüse und Kuchenfüllungen.
E 420: Sorbit – problematisch für AllergikerZuckeraustauschstoff. Besonders in zuckerfreien Süßwaren, Kaugummi, Speiseeis, Soßen und Senf zu finden.
E 951: Aspartam – problematisch für Allergiker, kann die Entstehung von Diabetes begünstigenGeschmacksverstärker. Der Süßstoff ist meist enthalten in Getränken, Desserts, Süßwaren, Brotaufstrichen und Marmeladen.

Die Zahlen der E-Nummern liegen zwischen 100 und 1521. Beim nächsten Kauf von Nahrungsmitteln wie Fast Food oder Süßigkeiten, aber auch bei Getränken und Backwaren bringt ein Blick auf die Zutatenliste Verbraucher sicherlich ein Stück weiter. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © IMAGO / Dirk Sattler

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