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Vegane Drinks: Eine Nische, die bald keine mehr ist

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Von: Eva Goldschald

Auf Milch zu verzichten und stattdessen zu pflanzlichen Alternativen zu greifen ist längst keine Seltenheit mehr. Der Markt wächst und die Verbraucher veganer Drinks freuen sich.

München – Wer sich vor einigen Jahren bereits vegan ernährte, hatte es noch schwer, gute Ersatzprodukte zu finden. Heute ist das Regal mit pflanzlichen Alternativen genauso prall gefüllt wie das mit normaler Milch. Viele Hersteller ziehen mit und die Sortenvielfalt wächst.

Vegane Drinks: Eine Nische, die bald keine mehr ist

Milch aus Pflanzen und Getreide war vor einigen Jahren noch eine Seltenheit. Zu fad der Geschmack und zu gering die Auswahl. Wer auf Milch verzichten wollte, musste meist ganz verzichten. Doch mit dem Wunsch nach Alternativen wuchs auch das Angebot. Gerade zu Zeiten von Corona im Jahr 2020 wurden mehr Ersatzprodukte verkauft als je zuvor. Viele verzichten aus gesundheitlichen Gründen wie Laktoseintoleranz oder zu hohem Cholesterinspiegel auf echte Milch. Andere tun es aus ethischen Gründen, weil sie nicht die Milch trinken möchten, die eigentlich für Kälber bestimmt war. Andere entscheiden sich aus ökologischen Gründen gegen Muttermilch von Kühen, Ziegen und Co. Doch egal welcher Grund: das Angebot wächst stetig.

Vegane Drinks: So groß ist das Angebot

Laut Informationen des BR stammt bereits jeder zehnte Liter Milch von Ersatzprodukten. Klar, dass das der Milchindustrie nicht gefällt. Seit dem Jahr 2017 gilt deshalb eine Bezeichnung wie Hafermilch als tabu. Milch muss tatsächlich Milch sein, um sich so nennen zu dürfen. Es ging sogar so weit, dass die Industrie forderte, pflanzliche Alternativen weniger werblich zu gestalten. So sollten die Bezeichnungen wie cremig oder sahnige Konsistenz verboten werden. Auch der CO2-Fußabdruck, den manche Firmen auf ihrer pflanzlichen Milch abdrucken, hätte verboten werden sollen. Dieser Antrag wurde allerdings komplett abgelehnt.

Die neue Industrie freut das und der Markt wächst weiter. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Alternativen zu echter Milch aus folgenden Zutaten:

Der umstrittene Nahrungsmittelkonzern Nestlé tüftelt aktuell an einer Milch aus Erbsen. Sie soll allerdings zunächst nur in Portugal, den Niederlanden und Frankreich erhältlich sein. Umweltschützer freuen sich über dieses große Angebot und auch darüber, dass die Milchlobby nun nicht mehr den Markt bestimmt. 

Vegane Drinks: Gesundheit im Fokus

Neben Milch gibt es mittlerweile auch eine Vielfalt an veganen Alternativen für Sahne, Joghurt, Quark, Crème fraîche oder Käse. Bei vielen der Produkte schmeckt man kaum noch den Unterschied zum Original. Auch die Konsistenz ähnelt immer mehr den echten Milchprodukten.

Aber wie sieht es mit der Gesundheit aus? Sojadrinks schmecken zum Beispiel ungesüßt leicht bitter. Sie lassen sich aber gut aufschäumen. Außerdem enthält Soja viele Proteine und pro 100 Milliliter nur 28 Kalorien. Kuhmilch hingegen mehr als das Doppelte. Zudem stecken darin viele ungesättigte Fettsäuren. Hafermilch wird immer beliebter*. Sie enthält kein Cholesterin, aber genauso viel Kalorien wie Kuhmilch. Damit punktet sie bei Speisen wie Milchreis. Außerdem enthält sie wertvolle Ballaststoffe und eignet sich gut für Allergiker. Allerdings sollten Menschen mit Getreideunverträglichkeit vorsichtig sein: Haferdrinks sind nicht immer glutenfrei. Auch andere Alternativen enthalten gesunde Fettsäuren.

Pflanzendrinks sind allerdings nicht immer gesünder als Milch. Sie enthalten viel Wasser und damit wenig Nährstoffe. Außerdem sind sie oft stark gezuckert. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Drinks ungesüßt sind.

Vegane Drinks: Durchschnittliche Ökobilanz

Pflanzendrinks haben durchweg eine deutlich bessere Umweltbilanz als herkömmliche Milch. Doch hier gibt es Unterscheide. Hafermilch mit Anbau und Herstellung aus der Region schneidet am besten ab. Bei Mandelmilch sieht es wieder anders aus. Die Mandeln stammen meist aus dem trockenen Kalifornien. Beim Anbau verbrauchen sie viel Wasser. Bei der Herstellung von einem Liter Mandelmilch benötigt man 371 Liter Wasser. Hafermilch verbraucht hingegen nur 48 Liter. Für einen Liter klassische Kuhmilch benötigt man bis zu 400 Liter Wasser und stößt 3,2 Kilogramm Treibhausgase aus. Die Zahl variiert, je nachdem was der Bauer anbaut und füttert. Bei Hafer sind es 0,9 Kilogramm, bei Mandeln 0,7 Kilogramm. Reisdrinks haben mit 600 Liter pro einem Liter den größten Wasserverbrauch. 

Insgesamt schont der Konsum von veganen Alternativen das Klima. Man benötigt für den Anbau weniger Fläche, weniger Wasser und weniger Treibhausgase. Das bestätigt eine Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2018. 

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