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Zucchini und Rhabarber unverpackt: Wird Plastik im Supermarkt bald verboten?

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Von: Jasmin Farah

Der Unverpackt-Trend boomt, auch hierzulande. Immer mehr Läden bieten Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung an. Der Druck auf Supermärkte wächst.

Christchurch (Neuseeland) – Haben Sie es bereits entdeckt? Statt der Plastiktüten-Rolle, in die man loses Obst und Gemüse einpacken kann, bieten immer mehr deutsche Supermärkte Mehrwegbeutel zum Kaufen an. Diese sind meist aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt und können für den Einkauf immer wieder verwendet werden. Das ist einerseits praktisch und gleichzeitig nachhaltig.

In manchen Ländern geht man sogar schon einen Schritt weiter: In Frankreich ist es jetzt seit Anfang des Jahres gesetzlich vorgeschrieben, dass Obst und Gemüse mit einem Gewicht von weniger als 1,5 Kilogramm im Supermarkt unverpackt verkauft werden muss. Auch Spanien will bald nachziehen und hat angekündigt, dass in Plastik eingeschweißtes Obst und Gemüse ab 2023 in Supermärkten und Lebensmittelgeschäften verboten wird. Doch warum sind Gurken, Zucchini und Co. überhaupt, teils einzeln, in Plastik verpackt?

Zucchini und Rhabarber unverpackt: Immer mehr Supermärkte stellen um

Die Antwort darauf: Es soll die Lebensmittel beim Transport schützen, sie länger haltbar machen und zudem werden sie mit Barcodes darauf gekennzeichnet. Doch bereits im Jahr 2018 sollen in der EU mehr als 1,13 Billionen Verpackungen für Essen und Getränke verwendet worden sein. Damit verursacht allein schon die Lebensmittelindustrie jährlich massive Mengen an Plastikmüll.

Ein junges Paar begutachtet das Gemüseregal im Supermarkt. (Symbolbild)
Alles einzeln verpackt? Das muss bei Gemüse nicht sein. Supermärkte denken um. (Symbolbild) © Maskot/Imago

Darum hat auch die neuseeländische Supermarktkette „New World“ vor einiger Zeit in einer Filiale in Christchurch das Projekt „Food in the Nude“ ins Leben gerufen. Neben wiederverwendbaren Einkaufstaschen oder dem Mitnehmen eigener Tüten bietet die Filiale Produkte in einem neuartigen Kühlregal-System an, das die Ware mit Wasser benebelt. Dieses wird zuvor von Bakterien und Verunreinigungen gereinigt. Dadurch bleibt Obst und Gemüse frisch und braucht keine Verpackung mehr.

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Zucchini und Rhabarber unverpackt: Psychologischer Effekt für Kaufanreiz?

Mit dem erfreulichen Ergebnis, dass der Verkauf bestimmter Gemüsesorten wie etwa Frühlingszwiebeln nach der Umstellung um bis zu 300 Prozent angestiegen ist. Ob es wohl an der appetitlichen Aufmachung der frischen Produkte lag? Oder hatten die Kunden einfach ein besseres Gefühl, beim Einkaufen etwas Gutes für die Umwelt zu tun? Es könnte ein psychologischer Effekt dahinterstecken.

Supermärkte benutzen sich gerne solcher Tricks, um Kunden anzulocken. Das beginnt bei der Lichtkonzeption, um die Ware ansprechender zu machen oder gewisse Düfte in den Gängen zu verströmen, um den Appetit anzuregen. Daher ist es kein Wunder, dass auch Discounterketten wie Aldi zusätzlich Mehrwegbeutel sowie unverpackte Obst- und Gemüsesorten aus Bio-Anbau anbieten. Abschließend werden nun für das Tragen der Einkäufe auch Papiertüten bereitgestellt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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