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Schlehengeistchen: Deswegen verpuppen sich die Tiere zur Halloween-Zeit

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein kleines, weißes Schlehengeistchen vor grüner Wiese (Symbolbild).
Das Schlehengeistchen gehört zu den größten Vertretern seiner Gattung (Symbolbild). © imagebroker/Imago

Das Schlehengeistchen ist eine Federmotte, die einem kleinen, weißen Gespenst sehr ähnlich sieht. Zur Halloween-Zeit bereitet sie sich aufs kommende Jahr vor.

München – Zur Halloween-Zeit spukt es oftmals nicht nur im Garten, sondern auch in der Küche und im Haushalt. Denn vor selbst gebastelter Dekoration, die an Spinnen, Geister und Hexen erinnert, ist kein Bereich sicher. Doch auch die Natur selbst hält so einige Schrecken bereit. Denn neben echten Spinnen, die im kühlen Herbst gerne mal die Wärme des Hauses suchen, gibt es zum Beispiel noch das sogenannte Schlehengeistchen.

Schlehengeistchen: Deswegen verpuppen sich die Tiere zur Halloween-Zeit

Pflanzenfans, die die Dracula-Orchidee besitzen, haben auf ihrer Halloween-Party schon gewonnen. Denn da kommen der Schreck und das Gruseln ganz von alleine ins Haus, ohne dass Pflanzenfans noch groß dekorieren müssen. Doch auch im Tierreich versteckt sich der ein oder andere gruselige Kandidat. Natürlich sind Spinnen zur Halloween-Zeit Vorreiter. Einige Tierchen wie etwa das Schlehengeistchen, die die perfekten gespenstigen Gäste im Garten wären, verpuppen sich in diesen Monaten bereits. Dennoch lohnt ein Blick auf den weißen, kleinen Falter.

Schlehengeistchen: So sieht das Tier aus

Das Schlehengeistchen hätte Ende Oktober eigentlich als grusliger Gartenbewohner seinen großen Auftritt. In diesen Wochen sind die Tiere jedoch bereits mit der Wintervorbereitung zugange und die nächste Generation verpuppt sich bereits. Das Schlehengeistchen trägt auch den Namen Weiße Winden-Federmotte und gehört zur Familie der Federmotten. Wer im Sommer aufmerksam durch seinen Garten streift, entdeckt das Schlehengeistchen mit ziemlicher Sicherheit, denn das Tier hat sich in fast ganz Europa mittlerweile ausgebreitet.

Zu sehen ist der filigrane, weiße Körper des Schlehengeistchens (Symbolbild).
Das Schlehengeistchen ist eine besondere Motte (Symbolbild). © schauhuber/Imago

So klein das Schlehengeistchen mit seinen 35 Millimetern Flügelspannweite auch ist, gehört es damit zu den größten Vertretern seiner Gattung. An seinen Seiten trägt das Tier sehr filigrane, weiße Flügelchen, die kleine Federn haben. Auch herausstechend sind seine langen, dünnen Hinterbeine, die kleine Sporne tragen. Die Raupen des Schlehengeistchens sind leicht grünlich gefärbt und haben sowohl am Kopf als auch am Hinterende lange, weiße Haare. Ihr Körper kann bis zu zwölf Millimeter lang werden.

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Schlehengeistchen: So lebt die Federmotte

Das Schlehengeistchen legt seine Eier dort ab, wo es am liebsten speist. Zu den Hauptspeisepflanzen der Motte gehören zum Beispiel:

Anders als sein Name vermuten lässt, gehört die Schlehe eher selten zu den Top-Nahrungsquellen. Wer auf Larven-Suche ist, der schaut am besten auf die Unterseite junger Blätter der oben gelisteten Pflanzen nach, denn dort legen sie die Eier mit Vorliebe ab. Entwickeln sich die Raupen mit der Zeit, sind ihre Fraßspuren an den Blättern deutlich zu erkennen. Die Blätter sowie Knospen bekommen außerdem eine bräunliche Färbung.

Als nächsten Schritt verpuppt sich ein Teil der Larven bereits im Sommer auf der Blattunterseite. Bei ihnen läuft die Verpuppung sehr zügig ab, sodass sich aus ihnen im Sommer noch eine zweite Generation Schlehengeistchen entwickeln kann. Die Verpuppung an sich ist ein spannender Vorgang, da sich die Larven auf ihrem hinteren Ende auf kleine Gespinstpolster setzen und so festkleben. Die erste Generation ist dann von Mai bis September unterwegs, die zweite Generation startet im August bis in den Herbst hinein. Im September oder Oktober legen sie dann ihre Eier auf die Blattunterseiten, wo die Verpuppung der neuen Generation beginnt.

Wer die kleinen, weißen Motten beobachten möchte, der schaltet am besten im Sommer seine Lampe auf der Terrasse oder dem Balkon an. Die Tiere sind nachtaktiv und werden von Licht magisch angezogen. Im Gegensatz zur Miniermotte müssen Schlehengeistchen jedoch selten bekämpft werden*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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