Auch im Winter regelmäßig Gießen

Gartenpflege im Winter: Den Garten in der kalten Jahreszeit nutzen und winterfest machen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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In den kalten Wintermonaten steht zwar weniger Gartenarbeit an als im Sommer. Vernachlässigen sollten Gartenfans ihr Paradies aber nicht.

  • Die Wintermonate November, Dezember und Januar eignen sich besonders gut, um den Garten winterfest zu machen und ihn auf das nächste Jahr vorzubereiten.
  • Robuste, winterharte Pflanzen eignen für alle Jahreszeiten und schmücken den Garten auch im Winter.
  • Aber selbst winterharte Pflanzen brauchen Schutz vor allzu starkem Frost.

Berlin – Mit Blick auf den Frühling und die dann wieder aufblühenden Pflanzen im Garten fällt auch die Gartenarbeit in den kalten Wintermonaten etwas leichter. Bevor sich Gärtnerinnen und Gärtner allerdings die Frage stellen, wann endlich Frühlingsanfang ist, gibt es noch einiges zu tun im Garten. Besonders im Winter benötigt der Garten einen besonderen Schutz. Insbesondere milde Winter ermöglichen jede Menge Gartenarbeit, um Pflanzen gut durch die kalten Monate zu bringen oder bereits den Frühlingsgarten zu organisieren.

Viele Sorten von Bäumen, Stauden, Hecken und Sträuchern ruhen im Winter und Gartenfans sollten sie bereits im Herbst zurückgeschnitten haben. Im Winter hingegen ist Zeit für die Gartenplanung, nun können Gärtnerinnen und Gärtner entscheiden, was sie wann im kommenden Jahr aussäen, pflanzen und entfernen wollen. Empfindliche Pflanzen wie beispielsweise tropische oder mediterrane Gewächse benötigen zudem auch im Winterquartier viel Aufmerksamkeit, um sie heil durch einen kalten Wettertrend zu bringen.

Gartenpflege im Winter: Empfindliche Pflanzen und Geräte herein holen

Wer im Sommer den Anblick prachtvoller Blüten genießen möchte, sollte die Gartenpflege im Winter nicht unterschätzen. Der Monat November eignet sich hervorragend, um mit den Vorbereitungen fürs kommende Jahr zu beginnen. Blumen wie Gladiolen und Dahlien können Gärtnerinnen und Gärtner in diesem Monat aus der Erde holen und in trockene Kisten legen. Balkonpflanzen und Kübelpflanzen sollten in kalten Jahreszeiten gut geschützt einen Platz im Keller bekommen. Insbesondere Sonnen liebende Pflanzen wie Granatäpfel, Oleander, verschiedenste Palmen oder auch Olivenbäume sollten Pflanzenliebhaber vor der Kälte schützen.

Auch Rosensträucher brauchen eine bestimmte Winterpflege. Laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) hilft es den Pflanzen bei einem kalten Wettertrend, wenn Gartenfreunde vor dem ersten Frost etwa 15 Zentimeter Erde um ihren Stamm anhäufen. Zudem nützt ein sogenannter Auslichtungsschnitt, damit bei Rosen im Winter die Äste nicht zu dicht wachsen. Dadurch bleibt die Pflanze vital und es können genügend Sonnenstrahlen auf die Pflanzenteile treffen. Der Hauptschnitt der Rosen erfolgt dann aber erst am Frühlingsanfang. Zur Gartenpflege Winter gehört auch, die Wasseranschlüsse im Blick zu haben. Da es in der Regel bereits im November besonders kalt ist, sollten Gärtnerinnen und Gärtner Hähne leerlaufen und über die gesamte Winterzeit offen lassen. Schläuche sollten zusammengerollt sein und an einem vor Frost geschützten Ort lagern.  

Gartenpflege im Winter: Gartenpflanzen vor Schnee und Frost schützen

Neben der Versorgung von nicht winterharten Pflanzen gilt es nun, auch die winterharten Pflanzen in kalten Jahreszeiten bis zum Frühlingsanfang zu schützen. Dabei hilft es, die Pflanzen zurückzuschneiden, die einen festen Platz im Garten haben. Dazu zählen beispielsweise bepflanzte Beete, Bäume, Stauden oder auch Hecken. Für die Beetpflege im Winter eignet sich Mulch oder auch Tannenreisig. Damit lassen sich Beete, aber auch sonstige frostempfindliche Pflanzen wie etwa die Pfingstrose oder auch Hortensie abdecken und schützen. Äste und Stauden sollten Gärtnerinnen und Gärtner bei einem Wettertrend mit starkem Schneefall von Schneemassen befreien. Um Hecken, die den Garten zur Straße hin abgrenzen, zu schützen, eignet sich als Abdeckung besonders Textilfolie. So gelingt weniger Streusalz an die Wurzeln der Pflanzen.

Gartenpflege im Winter: Weiterhin gießen und Rückschnitt planen

Damit aufgeschobenen Schneemassen Äste und Pflanzen im Wintermonat Januar nicht erdrücken, lassen sich bruchgefährdete Pflanzen zusammenbinden. Wichtig ist zudem, auch immergrüne Pflanzen im Winter stets zu gießen. Laut dem Bund deutscher Baumschulen brauchen immergrüne Pflanzen in kalten Jahreszeiten bis zum Frühlingsanfang besonders regelmäßig Wasser, wenn im Winter die Sonne scheint und sie aufgrund von gefrorener Erde kein Wasser mehr aufnehmen können. Wer also denkt, ihm seien seine Pflanzen erfroren, hat eventuell einfach vergessen zu gießen.

Der Spätwinter bei trockenem Wettertrend ist zudem die ideale Zeit, um Bäume, Sträucher und Gehölze zurückzuschneiden. Ein Rückschnitt bei Obstbäumen im Januar fördert beispielsweise die Kronenbildung wie auch den Fruchtansatz. Im Winter ist ein radikaler Rückschnitt der Pflanzen erlaubt. Ab dem 1. März jedes Jahres ist bis zum 30. September damit aber Schluss. Denn laut Bundesnaturschutzgesetzt sind in diesem Zeitraum nur noch Schönheitsschnitte erlaubt, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. Einen Rückschnitt vertragen im Winter zum Beispiel:

  • Clematis – für eine besondere Blütenbildung im Sommer
  • Blauregen – für dickere und größere Blütenknospen
  • Hibiskus – für einen deutlich höheren Blütenansatz
  • Sommerflieder – für eine jahrelange Blühfreude
  • Birnenbäume – damit diese im Frühjahr weniger stark austreiben
  • Apfelbäume – für eine weniger breite Krone
  • Brombeeren – damit neue Triebe wachsen können

Gartenpflege im Winter: Kräuter richtig überwintern

Niedrige Temperaturen und Frost sind nicht für jede Art von Kräutern geeignet. Besonders Küchenkräuter sollten auf den frostigen Wettertrend vorbereitet werden. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde rät dazu, zwischen einjährigen Kräutern wie Dill, Basilikum und Kapuzinerkresse und mehrjährigen Kräutern wie Thymian, Schnittlauch und Petersilie bei der Winterpflege zu unterscheiden. Kräuter wie echter Lavendel, Katzenminze, Salbei und Thymian zählen zu den verholzten Kräutern. Diese entwickeln einen festen Stamm, aus dem die Triebe jedes Jahr aufs Neue wachsen. Bei diesen Pflanzen sollten Gärtnerinnen und Gärtner im Herbst nur noch Stängel abernten, da das Laub als Winterschutz in kalten Jahreszeiten dient. Zu den weniger winterharten Kräutern zählen Rosmarin, Lorbeer und Pfefferminze. Diese können Kräuterfreunde bis zum Frühlingsanfang mit einem Vlies bedecken, wodurch diese im Garten ausgepflanzt und in Kübeln, überwintern können.

Gartenpflege im Winter: Dekorative Winterblüher

Im Idealfall wünschen sich Gartenfreunde, dass Blumen das ganze Jahr blühen und jeden Wettertrend überstehen. Gewisse Blumensorten sind keine Saisonpflanzen und schaffen das tatsächlich. Sie sind von Natur aus besonders winterhart. Da macht die Gartenpflege nach der kalten Jahreszeit gleich doppelt so viel Spaß, wenn sich bereits im Frühling die ersten Blumen zeigen.

Besonders Alpenveilchen, Schneeglöckchen, Stiefmütterchen, Christrosen und die Winterheide zählen zu den beliebten Sorten, da sie den Garten im Winter dekorativ und mit Schnee bedeckt schmücken. Allerdings sind diese Blumen auch vor Frost nicht ganz sicher. Fällt kein Schnee und herrschen dennoch eisige Temperaturen, freuen sich auch diese Blumen über eine Reisigabdeckung. Etwas anders verhält es sich mit Zwiebelblumen wie der Dichternarzisse und der Osterglocke. Die Zwiebel beider Blumensorten können Gartenfans solange der kalte Wettertrend anhält im Boden lassen. Weder Frost noch Schnee können ihr etwas anhaben.

Gartenpflege im Winter: Gräser und Hecken, die den Garten schmücken

Kirschlorbeer ist ebenfalls eine besonders robuste Pflanze und eignet sich im Sommer wie auch in kalten Jahreszeiten als Heckenpflanzen im Garten. Wer Bambus oder auch eine Thuja als Sichtschutz im Winter einsetzen möchte, sollte lediglich darauf achten, diese vor dem Austrocknen zu schützen. Auch Schilf kann ein dekorativer Sichtschutz im winterlichen Garten sein. Er ist winterhart und Gartenfreunde sollten ihn lediglich zusammenbinden, damit er bei kaltem Wettertrend nicht abbricht. Ebenso eignet sich Efeu und Eibe als Zierpflanzen im Winter. Ziergräser und die Eiche überstehen ebenso die kalte Jahreszeit. Pampasgras und Farne sollten hingegen – trotz ihrer robusten Art – vor kalter Nässe geschützt werden.

Gartenpflege im Winter: Geschlossene Eisdecke vermeiden

Um im kommenden Jahr seinen Gartenteich wieder in vollen Zügen genießen zu können, sollten Gärtnerinnen und Gärtner außerdem die Pumpe im Teich herausholen und trocken lagern. Zudem ist es wichtig, dass der Teich nicht komplett zufriert. Herrschen strenge Temperaturen, sollten Gärtnerinnen und Gärtner ihren Teich regelmäßig an einer Stelle von Eis befreien. Das ermöglicht das Abziehen von Faulgasen, die im Teich entstehen und die über längere Zeit für Lebewesen wie Frösche oder Fische im Teich tödlich sein können.

Rubriklistenbild: © Andrea Warnecke/dpa

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